1. Fachinformation für Humanarzneimittel  
Visanne® Tabletten  
Eingeführtes Arzneimittel gemäss Art. 14 Abs. 2 und 3 HMG (Parallelimport) von Visanne®, Tabletten  
(Zul.-Nr. 60119) der Zulassungsinhaberin Bayer (Schweiz) AG, Zürich.  
Zusammensetzung  
Wirkstoffe  
Dienogest.  
Hilfsstoffe  
Laktosemonohydrat 62.8 mg, Kartoffelstärke, Mikrokristalline Cellulose (E460), Povidon K25 (E1201),  
Talk (E553b), Crospovidon, Magnesiumstearat (E572) pro Tablette.  
Zusammensetzung gemäss ausländischer Packungsbeilage.  
Darreichungsform und Wirkstoffmenge pro Einheit  
Weisse bis cremefarbene, runde, glatte Tablette mit abgerundeten Kanten, einseitiger Prägung „B“ und  
einem Durchmesser von 7 mm.  
Aussehen gemäss ausländischer Packungsbeilage.  
Jede Tablette enthält 2 mg Dienogest.  
Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten  
Behandlung der Endometriose.  
Dosierung/Anwendung  
Eine Tablette sollte jeden Tag etwa zur gleichen Zeit mit etwas Flüssigkeit eingenommen werden. Die  
Einnahme kann unabhängig von der Nahrungsaufnahme erfolgen.  
Die Einnahme der Tabletten kann an einem beliebigen Tag des Menstruationszyklus beginnen. Die  
Tabletten müssen kontinuierlich eingenommen werden, unabhängig von vaginalen Blutungen. Nach  
Beendigung einer Packung wird ohne Einnahmepause sofort mit der Einnahme der Tabletten aus der  
nächsten Packung begonnen.  
Verspätete Tabletteneinnahme  
Die Wirksamkeit von Visanne kann bei vergessener Einnahme reduziert sein. Werden eine oder  
mehrere Tabletten vergessen, sollte die Patientin die Einnahme einer Tablette so schnell wie möglich  
nachholen. Die weitere Einnahme erfolgt dann zur gewohnten Zeit.  
Verhalten bei gastrointestinalen Störungen  
Bei schweren gastrointestinalen Störungen - unabhängig von deren Ursache (d.h. auch bei  
Arzneimittel-induzierter Diarrhoe etc.) ist die Resorption möglicherweise unvollständig. Bei Erbrechen  
oder schwerer Diarrhoe in den ersten 3 bis 4 Stunden nach Einnahme der Tablette sollte daher so  
schnell wie möglich eine weitere Tablette eingenommen werden.  
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Spezielle Dosierungsanweisungen  
Patientinnen mit Leberfunktionsstörungen  
Visanne ist bei Patientinnen mit schwerer Leberinsuffizienz kontraindiziert. Bei Patientinnen mit leichter  
bis mässiggradiger Leberinsuffizienz wurde Dienogest nicht untersucht.  
Patientinnen mit Nierenfunktionsstörungen  
Visanne wurde bei Patientinnen mit Niereninsuffizienz nicht untersucht. Es sollte daher bei solchen  
Patientinnen mit Vorsicht angewendet werden.  
Ältere Patientinnen  
Bei Frauen nach der Menopause besteht keine Indikation für Visanne.  
Kinder und Jugendliche  
Vor der Menarche besteht keine Indikation für Visanne.  
Bei Jugendlichen nach der Menarche ist keine Dosisanpassung erforderlich. Aufgrund des Risikos einer  
Reduktion der Knochenmineraldichte (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen» sowie  
«Eigenschaften / Wirkungen») sollte eine Behandlung mit Visanne jedoch in dieser Altersgruppe,  
insbesondere aber bei Mädchen <16 Jahren, nur durch einen Facharzt und nach sorgfältiger,  
individueller Nutzen-Risiko-Abwägung eingeleitet werden.  
Kontraindikationen  
Bestehende oder vermutete sexualhormonabhängige maligne Tumoren  
Bestehende oder vorausgegangene schwere Lebererkrankung, solange sich die  
Leberfunktionswerte nicht normalisiert haben  
Bestehende oder vorausgegangene Lebertumoren (benigne oder maligne)  
Bestehende venöse thromboembolische Erkrankungen  
Bestehende oder vorausgegangene arterielle thromboembolische Erkrankungen (z.B.  
ischämische Herzerkrankungen, Myokardinfarkt, zerebrovaskulärer Insult)  
Diabetes mellitus mit Gefässveränderungen  
Nicht abgeklärte vaginale Blutungen  
Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff oder einem der Hilfsstoffe  
Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen  
Vor der ersten oder erneuten Einnahme von Visanne muss eine sorgfältige Anamnese (einschliesslich  
Familienanamnese) und gynäkologische Untersuchung unter Berücksichtigung der Kontraindikationen  
und Warnhinweise/Vorsichtsmassnahmen durchgeführt werden. Diese Untersuchungen sollten  
während der Einnahme von Visanne regelmässig wiederholt werden. Häufigkeit und Art der  
Untersuchungen sollten auf die individuelle Patientin abgestimmt werden, generell sollten Blutdruck,  
Brust, Bauch, Beckenorgane und Zervix-Zytologie untersucht werden.  
Bevor eine Behandlung mit Dienogest eingeleitet wird, muss das Vorliegen einer Endometriose mit  
geeigneten diagnostischen Methoden gesichert sein. Unspezifische klinische Symptome wie  
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(zyklusabhängige) Unterbauchschmerzen allein rechtfertigen nicht die Einleitung einer  
medikamentösen Therapie.  
Vor Beginn einer Dienogest-Behandlung sollte eine Schwangerschaft ausgeschlossen werden.  
Jegliche hormonale Kontrazeption muss vor Einleitung der Therapie abgesetzt werden. Falls eine  
Kontrazeption gewünscht wird, sollten nicht-hormonale Methoden gewählt werden (Barrieremethoden,  
wie z.B. Kondome, nicht hingegen Kalendermethode nach Knaus-Ogino oder Temperaturmethode). Da  
Visanne zu den Gestagen-Monopräparaten gehört, treffen die im Folgenden aufgeführten allgemeinen  
Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen auch für Visanne zu, auch wenn nicht alle Symptome in den  
klinischen Studien entsprechend beobachtet wurden.  
Bei Vorliegen oder Verschlechterung einer der unten aufgeführten Erkrankungen/ Risikofaktoren soll  
eine individuelle Risiko-Nutzen-Analyse durchgeführt werden, bevor die Einnahme von Visanne  
begonnen oder fortgeführt wird.  
Knochenmineraldichte  
Eine Monotherapie mit einem Gestagen kann mit einer reduzierten Knochenmineraldichte (BMD)  
einhergehen. Ein solcher BMD-Verlust ist bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen besonders  
bedenklich, da dies die entscheidende Phase für das Knochenwachstum ist.  
In einer Studie an Jugendlichen (12-18 Jahre) fand sich über eine Behandlungsdauer von 12 Monaten  
eine statistisch signifikante Abnahme der BMD an der Lendenwirbelsäule um 1.2% gegenüber Baseline  
(siehe «Eigenschaften / Wirkungen»). Daten über eine längere Behandlungsdauer liegen nicht vor. Es  
ist jedoch zu erwarten, dass die Reduktion der BMD mit zunehmender Therapiedauer zunimmt.  
Hingegen ist nicht bekannt, ob die Anwendung von Visanne vor Erreichen der endgültigen Skelettreife  
auch zu einer Reduktion der maximalen Knochenmasse führt oder das Risiko für spätere  
osteoporotische Frakturen erhöht. Der BMD-Verlust scheint nach Absetzen der Therapie in einem  
Grossteil der Fälle reversibel zu sein.  
Die Anwendung von Visanne bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen vor Erreichen der endgültigen  
Skelettreife (d.h. bis zum vollendeten 25. Lebensjahr) erfordert daher eine strenge Nutzen-Risiko-  
Abwägung. Die Einleitung der Behandlung sollte in dieser Altersgruppe ausschliesslich durch einen  
Facharzt nach entsprechender Sicherung der Diagnose erfolgen. Dabei sollten eventuelle  
Risikofaktoren beachtet werden wie Rauchen, übermässiger Alkoholkonsum, niedriger BMI,  
Erkrankungen des Knochenstoffwechsels, frühere Low-Trauma-Frakturen, positive Familienanamnese  
für eine Osteoporose, gleichzeitige Einnahme anderer Arzneimittel, welche ebenfalls zu einer  
Reduktion der BMD führen können (wie z.B. Antikonvulsiva oder Kortikosteroide). Bei Patientinnen mit  
Vorliegen solcher Risikofaktoren wird von einer Anwendung von Visanne vor Erreichen der endgültigen  
Skelettreife abgeraten. Für Jugendliche <14 Jahren liegen keine ausreichenden Daten vor, welche eine  
Abschätzung des Risikos für eine klinisch relevante Reduktion der BMD erlauben würden.  
Bei erwachsenen Patientinnen mit erhöhtem Osteoporose-Risiko sollte Visanne nur nach sorgfältiger,  
individueller Nutzen-Risiko-Abwägung angewendet werden, da Dienogest zu einer moderaten Senkung  
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der endogenen Östrogenspiegel führt. Die vorhandenen Daten erlauben es nicht, die Möglichkeit einer  
BMD-Reduktion unter Langzeitbehandlung auszuschliessen.  
Auf eine ausreichende Kalzium- und Vitamin D-Zufuhr sollte geachtet werden.  
Tumorerkrankungen  
Das Risiko, dass bei Anwenderinnen von Gestagen-Monopräparaten ein Mammakarzinom  
diagnostiziert wird, bewegt sich wahrscheinlich in der gleichen Grössenordnung wie jenes in  
Zusammenhang mit kombinierten hormonalen Kontrazeptiva (CHC). Jedoch muss beachtet werden,  
dass die Daten im Falle von Gestagen-Monopräparaten auf wesentlich kleineren  
Anwenderpopulationen beruhen und deshalb weniger Beweiskraft haben als jene für CHC. Die  
Datenlage bei den CHC präsentiert sich folgendermassen:  
Eine Metaanalyse von 54 epidemiologischen Studien ergab ein leicht erhöhtes Brustkrebsrisiko (RR =  
1,24) bei Frauen, die aktuell CHC anwendeten. Das erhöhte Risiko geht innerhalb von 10 Jahren nach  
Absetzen der CHC allmählich wieder zurück. Da Brustkrebs bei Frauen unter 40 Jahren selten auftritt,  
ist die Anzahl zusätzlicher Brustkrebserkrankungen bei Anwenderinnen von CHC oder solchen, die  
früher CHC eingenommen haben, gering im Vergleich zum Gesamtrisiko, an Brustkrebs zu erkranken.  
Diese Studien erlauben keine Aussage über einen möglichen Kausalzusammenhang. Das beobachtete  
erhöhte Risiko kann durch eine frühere Diagnose des Brustkrebses bei Anwenderinnen von CHC, die  
biologischen Wirkungen von CHC oder eine Kombination beider Faktoren bedingt sein. Brustkrebs, der  
bei Frauen diagnostiziert wird, die irgendwann einmal ein CHC verwendet haben, scheint klinisch  
weniger weit fortgeschritten zu sein als Krebs bei Frauen, die noch nie ein CHC verwendet haben.  
In seltenen Fällen sind bei Anwenderinnen von hormonalen Wirkstoffen wie Dienogest gutartige und  
noch seltener bösartige Lebertumoren beobachtet worden. In Einzelfällen führten diese Tumoren zu  
lebensbedrohlichen intraabdominalen Blutungen. Wenn starke Oberbauchbeschwerden, eine  
Lebervergrösserung oder Anzeichen einer intraabdominalen Blutung bei Anwenderinnen von Visanne  
auftreten, sollte ein Lebertumor in die differentialdiagnostischen Überlegungen einbezogen werden.  
Vaskuläre Risikofaktoren und Komplikationen  
Epidemiologische Studien haben einen schwachen Zusammenhang zwischen der Anwendung von  
Gestagen-Monopräparaten und einem erhöhten Risiko für Myokardinfarkte oder zerebrale  
Thromboembolien gezeigt. Das Risiko von kardiovaskulären und zerebralen Ereignissen steigt mit  
zunehmendem Alter und ist ausserdem erhöht bei Raucherinnen und bei Patientinnen mit arterieller  
Hypertonie. Bei Frauen mit Hypertonie ist das Risiko eines Schlaganfalls bei der Einnahme von  
Gestagen-Monopräparaten leicht erhöht.  
Einige Studien zeigten, obwohl statistisch nicht signifikant, unter der Anwendung von Gestagen-  
Monopräparaten ein leicht erhöhtes Risiko für venöse Thromboembolien (tiefe Venenthrombose,  
Lungenembolie). Generelle Risikofaktoren für venöse Thromboembolien (VTE) sind eine positive  
Eigen- oder Familienanamnese (Auftreten von venösen thromboembolischen Ereignissen bei einem  
Geschwister oder Elternteil in relativ jungen Jahren), Alter, Übergewicht, längerfristige Immobilisierung,  
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grössere operative Eingriffe oder ausgedehnte Traumen. Bei einer längerfristigen Immobilisierung  
sollte Visanne abgesetzt (im Falle eines geplanten chirurgischen Eingriffs mindestens 4 Wochen  
vorher) und mit der Einnahme erst 2 Wochen nach vollständiger Mobilisierung wieder begonnen  
werden.  
Das erhöhte Risiko für das Auftreten thromboembolischer Ereignisse im Wochenbett ist zu beachten.  
Bei Verdacht auf das Vorliegen eines arteriellen oder venösen thromboembolischen Ereignisses bzw.  
bei Auftreten entsprechender Symptome ist die Einnahme sofort abzubrechen.  
Depressive Störungen  
Depressionen bzw. depressive Verstimmungen sind als mögliche unerwünschte Wirkungen bei der  
Anwendung von Sexualhormonen bekannt (s. a. «Unerwünschte Wirkungen»). Solche Störungen  
können bereits kurz nach Beginn der Behandlung auftreten. Eine Depression kann schwerwiegend  
verlaufen und stellt einen Risikofaktor für Suizide bzw. suizidales Verhalten dar. Patientinnen, die mit  
Visanne behandelt werden, sollen daher über mögliche Symptome depressiver Störungen informiert  
werden. Der Patientin soll dringend geraten werden, sich umgehend an einen Arzt/eine Ärztin zu  
wenden, falls sie unter der Anwendung des Arzneimittels Stimmungsschwankungen oder andere  
Symptome einer Depression bemerkt. Patientinnen mit einer schweren Depression in der Anamnese  
sollen sorgfältig überwacht werden. Falls es unter der Behandlung mit Visanne erneut zu schweren  
depressiven Zuständen kommt, muss das Arzneimittel abgesetzt werden.  
In einer Langzeit-Beobachtungsstudie wurden insgesamt mehr als 27'000 Endometriose-Patientinnen  
unter einer neu begonnenen Hormontherapie untersucht. 798 dieser Patientinnen waren über  
mindestens 15 Monate gegenüber Visanne exponiert. Im Vergleich zu anderen für die Endometriose  
zugelassenen Arzneimitteln lag die Hazard Ratio für Dienogest für das Auftreten einer Depression bei  
1.8 (95%-KI 0.3-9.4). Ein leicht erhöhtes Risiko für das Auftreten einer klinisch relevanten Depression  
oder die Verschlechterung einer vorbestehenden Depression bei Patientinnen unter Dienogest im  
Vergleich zu anderen Therapien der Endometriose konnte damit nicht ausgeschlossen werden.  
Veränderungen des Blutungsmusters  
Bei den meisten Frauen beeinflusst die Behandlung mit Visanne das Blutungsmuster (siehe  
«Unerwünschte Wirkungen»).  
Unter der Anwendung von Visanne kann es, insbesondere bei Vorliegen von uterinen Leiomyomen  
oder einer Adenomyosis uteri, zu verstärkten Blutungen kommen. Starke und anhaltende Blutungen  
können eine Anämie zur Folge haben. In solchen Fällen sollte das Absetzen von Visanne in Betracht  
gezogen werden.  
Sonstige Vorsichtsmassnahmen  
Visanne scheint im Allgemeinen bei normotensiven Frauen keinen Einfluss auf den Blutdruck zu haben.  
Wenn jedoch eine anhaltende, klinisch relevante Hypertonie während der Anwendung auftritt, sollte  
Visanne abgesetzt und gegebenenfalls die Hypertonie behandelt werden. Allenfalls kann Visanne  
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wieder verabreicht werden, wenn unter der antihypertensiven Behandlung normotensive Werte erreicht  
werden.  
Auch ein Rezidiv eines in einer vorausgegangenen Schwangerschaft oder während einer früheren  
Anwendung von Sexualsteroiden aufgetretenen cholestatischen Ikterus und/oder eines Cholestase-  
bedingten Pruritus macht das Absetzen von Visanne erforderlich.  
Visanne könnte einen geringen Einfluss auf die periphere Insulinresistenz und Glucosetoleranz haben.  
Diabetikerinnen und Frauen, die einen Schwangerschaftsdiabetes hatten, sollten während der  
Anwendung von Visanne sorgfältig überwacht werden.  
Chloasmen können gelegentlich auftreten, insbesondere bei Frauen mit Chloasma gravidarum in der  
Anamnese. Frauen mit dieser Veranlagung sollten sich daher während der Einnahme von Visanne nicht  
direkt der Sonne oder anderem ultraviolettem Licht aussetzen.  
Persistierende Ovarialfollikel (häufig auch als funktionelle Ovarialzysten bezeichnet) können während  
der Anwendung von Visanne auftreten. Der grösste Teil dieser Follikel bleibt symptomlos, einige  
können auch mit Unterbauchschmerzen einhergehen.  
Bei Anwenderinnen von Gestagen-Monopräparaten zur Kontrazeption ist die Rate ektopischer  
Schwangerschaften erhöht gegenüber Anwenderinnen kombinierter oraler Kontrazeptiva. Bei Frauen  
mit Extrauteringravidität in der Anamnese bzw. eingeschränkter Tubenfunktion sollte Visanne nur nach  
sorgfältiger Nutzen-Risiko-Analyse angewendet werden.  
Die kontrazeptive Wirkung von Visanne wurde nicht untersucht.  
Visanne enthält Lactose. Patientinnen mit der seltenen hereditären Galactose-Intoleranz, völligem  
Lactase-Mangel oder Glucose-Galactose-Malabsorption sollten dieses Arzneimittel nicht anwenden.  
Interaktionen  
Um potentielle Interaktionen zu erkennen, sollte auch die Fachinformation der gleichzeitig  
verabreichten Arzneimittel konsultiert werden.  
Wirkung von Visanne auf andere Arzneimittel  
In-vitro-Hemmstudien ergaben, dass eine klinisch relevante Interaktion von Visanne mit dem  
Zytochrom-P450-Enzym-Metabolismus anderer Wirkstoffe unwahrscheinlich ist.  
Wirkung anderer Arzneimittel auf Visanne  
Dienogest wird hauptsächlich durch das Zytochrom P450-System (CYP3A4) in Darmschleimhaut und  
Leber metabolisiert. Induktoren oder Inhibitoren von CYP3A4 können deshalb den Metabolismus von  
Dienogest beeinflussen.  
Enzyminduktoren  
Eine erhöhte Clearance von Sexualhormonen durch Enzyminduktion kann die therapeutische Wirkung  
von Visanne herabsetzen und zu unerwünschten Wirkungen, wie z.B. einem veränderten uterinen  
Blutungsmuster, führen.  
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Dies gilt z.B. für Barbiturate, Bosentan, Carbamazepin, Felbamat, Modafinil, Oxcarbazepin, Phenytoin,  
Primidon, Rifabutin, Rifampicin und Topiramat sowie für Arzneimittel, welche Johanniskraut (Hypericum  
perforatum) enthalten.  
Eine Enzyminduktion kann bereits nach wenigen Tagen beobachtet werden und während mindestens  
4 oder mehr Wochen nach Absetzen dieser Arzneimittel andauern. Die maximale Enzyminduktion wird  
in der Regel erst nach 2 bis 3 Wochen erreicht.  
Der Effekt von Rifampicin (CYP3A4-Induktor) wurde bei gesunden postmenopausalen Frauen  
untersucht. Die Gabe von Rifampicin über 5 Tage zusammen mit Estradiolvalerat/Dienogest Tabletten  
führte zu einem signifikanten Abfall der Steady-State-Konzentrationen von Dienogest und Estradiol.  
Die systemische Exposition von Dienogest und Estradiol im Steady-State (AUC (0-24h)) war um 83%  
bzw. 44% reduziert. Bei längerer Dauer der Rifampicin-Therapie ist mit einer stärkeren Enzyminduktion  
zu rechnen.  
Darüber hinaus ist bekannt, dass verschiedene Inhibitoren der HIV/HCV-Protease und der nicht  
nukleosidischen Reverse-Transkriptase zu einer Erniedrigung oder einer Erhöhung der  
Plasmakonzentrationen von Gestagenen führen können. Diese Veränderungen können in manchen  
Fällen klinisch relevant sein.  
Insbesondere sind Proteaseinhibitoren wie Ritonavir oder Nelfinavir (einschliesslich deren  
Kombinationen) zwar als starke Inhibitoren von CYP3A4 bekannt, können jedoch bei gleichzeitiger  
Anwendung mit Steroidhormonen enzyminduzierende Eigenschaften aufweisen und dadurch die  
Plasmaspiegel von Gestagenen reduzieren.  
Enzyminhibitoren  
Eine erniedrigte Clearance von Sexualhormonen aufgrund einer Enzyminhibition kann die Wirkung von  
Visanne erhöhen und damit vermehrt zu unerwünschten Wirkungen führen. Dies gilt insbesondere für  
starke und moderate CYP3A4-lnhibitoren wie Azol-Antimykotika (z.B. ltraconazol, Voriconazol,  
Fluconazol), Makrolid-Antibiotika (Clarithromycin, Erythromycin), Diltiazem, Verapamil oder  
Grapefruitsaft.  
In einer Studie, in der die Wirkung von CYP3A4-Inhibitoren (Ketokonazol, Erythromycin) auf die  
Wirkstoffkombination Estradiolvalerat/Dienogest untersucht wurde, waren die Steady-State-  
Plasmaspiegel von Dienogest erhöht. Die gleichzeitige Gabe mit dem starken Hemmer Ketokonazol  
führte zu einem Anstieg der Dienogest-AUC (0-24h) auf das 2.86-Fache. Bei der gemeinsamen Gabe  
mit dem mässigen Hemmer Erythromycin wurde die AUC (0-24h) von Dienogest auf das 1.62-Fache  
erhöht.  
Schwangerschaft, Stillzeit  
Schwangerschaft  
Bisher liegen nur sehr begrenzte Erfahrungen mit der Anwendung von Dienogest bei Schwangeren vor.  
Tierexperimentelle Studien ergaben keine Hinweise auf direkte oder indirekte gesundheitsschädliche  
Wirkungen in Bezug auf eine Reproduktionstoxizität (siehe «Präklinische Daten»).  
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Visanne darf schwangeren Frauen nicht verabreicht werden, da die Behandlung einer Endometriose  
während der Schwangerschaft nicht erforderlich ist.  
Stillzeit  
Es ist nicht bekannt, ob Dienogest beim Menschen in die Muttermilch übergeht. Die zur Verfügung  
stehenden Daten von Tieren zeigten, dass Dienogest in die Milch übergeht.  
Eine Anwendung während der Stillzeit wird daher nicht empfohlen.  
Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen  
Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen bei Anwenderinnen von  
dienogesthaltigen Arzneimitteln wurden nicht untersucht.  
Unerwünschte Wirkungen  
Die schwerwiegendsten unerwünschten Wirkungen im Zusammenhang mit der Anwendung von  
Visanne sind in der Rubrik «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen» beschrieben (siehe dort).  
Die Sicherheit von Visanne wurde in klinischen Studien der Phase II und III an insgesamt n=332  
Patientinnen untersucht. Die häufigsten mit der Anwendung von Visanne verbundenen unerwünschten  
Wirkungen waren dabei Kopfschmerzen (9%), Brustbeschwerden (5,4%), depressive Verstimmung  
(5,1%) und Akne (5,1%).  
Unerwünschte Wirkungen treten häufiger während des ersten Monats der Behandlung mit Visanne auf  
und nehmen bei weiterer Einnahme ab. Es kann zu Blutungsstörungen wie Schmierblutungen,  
unregelmässigen Blutungen und Ausbleiben der Blutung kommen.  
Nachfolgend sind die unerwünschten Wirkungen nach MedDRA-Systemklassen und Häufigkeit  
angegeben, welche in den klinischen Studien und/oder während der Marktüberwachung unter der  
Anwendung von Visanne beobachtet wurden.  
Die folgenden Häufigkeitsangaben werden verwendet:  
Häufig (≥1/100, <1/10)  
Gelegentlich (≥1/1000, <1/100).  
Blut und lymphatisches System  
Gelegentlich: Anämie.  
Stoffwechsel und Ernährungsstörungen  
Häufig: Gewichtszunahme.  
Gelegentlich: Gewichtsabnahme, vermehrter Appetit.  
Psychiatrische Störungen  
Häufig:  
Nervosität,  
Stimmungsveränderungen,  
depressive  
Verstimmung,  
Libidoverlust,  
Aufmerksamkeitsstörung.  
Gelegentlich: Angst, Depression.  
Störungen des Nervensystems  
Häufig: Kopfschmerzen, Migräne, Schlafstörungen.  
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Gelegentlich: Ungleichgewicht des autonomen Nervensystems.  
Augenleiden  
Gelegentlich: Trockene Augen.  
Ohrenleiden  
Gelegentlich: Tinnitus.  
Herz-Kreislauf  
Gelegentlich: Hypotonie, Unspezifische Durchblutungsstörungen, Palpitationen.  
Funktionsstörungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums  
Gelegentlich: Dyspnoe.  
Störungen des Gastrointestinaltrakts  
Häufig: Übelkeit, Bauchschmerzen, Blähungen, Erbrechen.  
Gelegentlich: Diarrhoe, Obstipation, Gastroenteritis, Gingivitis.  
Funktionsstörungen der Haut und des Unterhautzellgewebes  
Häufig: Akne, Alopezie.  
Gelegentlich: Trockene Haut, Hyperhidrose, Pruritus, Hirsutismus, Onychoklasis, Dermatitis,  
Haarwachstumsstörungen, Photosensibilität, Pigmentierungsstörung.  
Muskelskelettsystem  
Häufig: Rückenschmerzen.  
Gelegentlich: Knochenschmerzen, Muskelkrämpfe, Schmerzen in den Extremitäten, Schweregefühl in  
den Extremitäten.  
Funktionsstörungen der Nieren und Harnwege  
Gelegentlich: Harnwegsinfektionen.  
Funktionsstörungen des Reproduktionssystems und der Brust  
Häufig: Brustbeschwerden, Ovarialzysten, Hitzewallungen, uterine und vaginale Blutungen inkl.  
Schmierblutungen.  
Gelegentlich: Vaginale Candidose, vulvovaginale Trockenheit, Fluor vaginalis, Unterbauchschmerzen,  
atrophische Vulvovaginitis, Brustvergrösserung, Fibrozystische Brusterkrankungen, Brustinduration.  
Allgemeine Störungen und Reaktionen an der Applikationsstelle  
Häufig: Asthenie, Reizbarkeit.  
Gelegentlich: Ödem.  
Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von grosser Wichtigkeit. Sie  
ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.  
Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdacht einer neuen oder  
schwerwiegenden Nebenwirkung über das Online-Portal ElViS (Electronic Vigilance System)  
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Überdosierung  
Untersuchungen zur akuten Toxizität deuten darauf hin, dass auch im Fall einer versehentlichen  
Einnahme eines Vielfachen der therapeutischen Dosis kein akutes Toxizitätsrisiko zu erwarten ist. Es  
ist jedoch mit Blutungsstörungen zu rechnen. Ein spezifisches Antidot ist nicht bekannt, die Therapie  
muss gegebenenfalls symptomatisch erfolgen.  
Eigenschaften/Wirkungen  
ATC-Code  
G03DB08  
Wirkungsmechanismus  
Dienogest wirkt bei Endometriose durch Aufhebung des trophischen Effektes von Estradiol sowohl am  
eutopischen als auch am ektopischen Endometrium. Bei kontinuierlicher Gabe führt Dienogest zu einer  
hypoestrogenen, hypergestagenen endokrinen Umgebung, die eine initiale Dezidualisierung  
endometrialen Gewebes hervorruft, gefolgt von einer Atrophie der Endometriose-Herde.  
Pharmakodynamik  
Dienogest ist ein Nortestosteronderivat mit antiandrogener Wirkung. Dienogest bindet an die  
Progesteronrezeptoren des menschlichen Uterus mit einer Affinität von 10% der relativen Affinität von  
Progesteron. Trotz dieser geringen Affinität zum Progesteronrezeptor besitzt Dienogest eine starke  
gestagene Wirkung. Dienogest weist in vivo keine signifikante androgene, mineralokortikoide oder  
glukokortikoide Wirkung auf.  
Die endogenen Estrogenspiegel werden während der Behandlung mit Visanne nur moderat  
supprimiert.  
Sicherheitspharmakodynamik  
Die mittlere Knochenmineraldichte (BMD) vor und nach einer 6-monatigen Behandlung mit Visanne  
wurde an 21 erwachsenenen Patientinnen untersucht. In dieser Altersgruppe ergaben sich keine  
Hinweise auf eine klinisch relevante BMD-Reduktion.  
Langzeitdaten zur Knochendichte (BMD) und zur Frakturrate liegen nicht vor.  
Klinische Wirksamkeit  
In einer Studie an n=198 (Visanne=102, Placebo=96) Patientinnen konnte für Dienogest bei einer  
Behandlungsdauer von 3 Monaten eine klinisch relevante Schmerzreduktion gegenüber Baseline  
gezeigt werden. Die Erfassung der durch Endometriose hervorgerufenen Unterbauchschmerzen  
(endometriosis-associated pelvic pain, EAPP) erfolgte dabei auf einer visuellen Analogskala. Dienogest  
zeigte in dieser Studie eine signifikante Überlegenheit gegenüber Placebo (Therapiedifferenz 12.3mm,  
95%-CI 6.4-18.1mm). Der Anteil der Patientinnen mit einer Schmerzreduktion um mindestens 50% lag  
unter Dienogest bei 37.3%, unter Placebo bei 19.8% (p=0.005).  
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Daten einer offenen Verlängerung der placebo-kontrollierten Studie über eine Behandlungsdauer von  
insgesamt bis zu 15 Monaten (n=168) deuten darauf hin, dass die Wirksamkeit von Dienogest über  
einen solchen Zeitraum aufrechterhalten werden kann.  
Daten einer 6 monatigen Studie an n=252 Patientinnen, in welcher die Wirksamkeit von Dienogest bei  
EAPP mit jener eines GnRH-Analogons verglichen wurde, unterstützten die Befunde der pivotalen  
Studie.  
Drei weitere Studien an insgesamt 252 Patientinnen, welche täglich 2 mg Dienogest erhielten, zeigten  
nach 6 monatiger Behandlungsdauer laparoskopisch eine Reduktion der endometrialen Läsionen.  
Sicherheit und Wirksamkeit bei pädiatrischen Patienten  
Die Wirksamkeit von Visanne zur Behandlung von durch eine Endometriose bedingten  
Unterleibsschmerzen wurde auch bei postmenarchalen Jugendlichen gezeigt.  
Der Einfluss von Visanne auf die BMD wurde in einer offenen, unkontrollierten Studie an 103  
jugendlichen Endometriose-Patientinnen über eine Behandlungsdauer von 12 Monaten untersucht. In  
diese Studie waren 52 Jugendliche im Alter von 16-<18 Jahren, 42 Mädchen im Alter von 14 bis <16  
Jahren und 9 Mädchen <14 Jahre eingeschlossen. Der durchschnittliche BMI dieser Jugendlichen lag  
bei 22.5kg/m2, rund 13% waren Raucherinnen mit einem durchschnittlichen Zigarettenkonsum von 6.3  
Zigaretten pro Tag.  
Es fand sich eine signifikante Abnahme der BMD an der Lendenwirbelsäule (L2-L4) um 1.2% (95%-  
Konfidenzintervall -1.70; -0.78) im Vergleich zum Ausgangswert vor der Behandlung. In der  
Altersgruppe 16-<18 Jahre betrug die Abnahme 1.5% (95%-KI -2.16; -0.84), in der Altersgruppe 14-  
<16 Jahre 1.3% (95%-KI -1.92; -0.60). Der Anteil der Patientinnen, welche einen Z-Score <-0.5  
aufwiesen, nahm von Baseline 32% zu auf 42% am Therapieende. Diese Befunde deuten darauf hin,  
dass Visanne auf die physiologische Zunahme der BMD während dieser Entwicklungsphase einen  
antagonistischen Effekt haben kann.  
Für Jugendliche <14 Jahre sind die Befunde aufgrund der geringen Fallzahl und des Fehlens eines  
unbehandelten Kontrollarmes nicht interpretierbar.  
Bei einem Teil der Patientinnen wurde die BMD 6 Monate nach Absetzen der Behandlung erneut  
untersucht. Zu diesem Zeitpunkt zeigte die BMD einen Wiederanstieg und näherte sich dem  
Ausgangswert vor Behandlung.  
Es ist nicht bekannt, ob die Anwendung von Visanne vor Erreichen der endgültigen Skelettreife und  
über einen längeren Zeitraum zu einer Reduktion der maximalen Knochenmasse führt oder das Risiko  
für spätere osteoporotische Frakturen erhöht.  
Pharmakokinetik  
Absorption  
Dienogest wird nach oraler Gabe rasch und nahezu vollständig resorbiert. Maximale  
Serumkonzentrationen von 47 ng/ml werden ca. 1,5 Stunden nach einmaliger Einnahme einer Tablette  
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Visanne erreicht. Die absolute Bioverfügbarkeit beträgt etwa 91%. Die Pharmakokinetik von Dienogest  
ist dosisproportional im Bereich von 1 bis 8 mg.  
Distribution  
Dienogest wird zu 90% unspezifisch an Serumalbumin gebunden. 10% der Gesamtserumkonzentration  
liegen als freies Steroid vor. Dienogest bindet nicht an sexualhormonbindendes Globulin (SHBG) bzw.  
corticoid-bindendes Globulin (CBG). Das scheinbare Verteilungsvolumen (VD/F) von Dienogest beträgt  
40 l.  
Metabolismus  
Dienogest wird nahezu vollständig über die bekannten Wege des Steroid-Metabolismus metabolisiert,  
wobei vorwiegend endokrinologisch inaktive Metaboliten entstehen. Basierend auf in vitro- und in vivo-  
Studien ist CYP3A4 das Hauptenzym im Stoffwechsel von Dienogest.  
Die Metaboliten werden sehr schnell ausgeschieden, so dass im Plasma vorwiegend unverändertes  
Dienogest zu finden ist.  
Die metabolische Clearance (Cl/F) aus dem Serum beträgt 64 ml/min.  
Elimination  
Die Elimination von Dienogest erfolgt biphasisch. Die terminale Halbwertszeit beträgt ca. 9-10 Stunden.  
Nach oraler Gabe von 0,1 mg/kg wird Dienogest nach Metabolisierung über Urin und Faeces im  
Verhältnis 3:1 ausgeschieden. Die Halbwertszeit der renal ausgeschiedenen Metaboliten beträgt 14  
Stunden. 86% der oral verabreichten Dosis werden innerhalb von 6 Tagen ausgeschieden, die  
Hauptmenge davon über den Urin innerhalb der ersten 24 Stunden.  
Steady-State Bedingungen  
Bei täglicher Gabe wird das Steady State nach etwa 4 Tagen erreicht. Die Steady State-  
Konzentrationen betragen etwa das 1,24 fache der Konzentrationen nach einer Einzeldosis. Die  
Pharmakokinetik von Dienogest nach wiederholter Gabe von Visanne kann aus der Pharmakokinetik  
nach einmaliger Gabe abgeleitet werden. Sie wird nicht durch den SHBG-Spiegel beeinflusst.  
Kinetik spezieller Patientengruppen  
Leberfunktionsstörungen  
Die Pharmakokinetik von Dienogest bei Patientinnen mit Leberinsuffizienz wurde nicht untersucht.  
Nierenfunktionsstörungen  
Die Pharmakokinetik von Dienogest bei Patientinnen mit Niereninsuffizienz wurde nicht untersucht.  
Kinder und Jugendliche  
In einer populationskinetischen Analyse mit Einschluss der Daten von insgesamt 99 Jugendlichen im  
Alter von 12-17 Jahren war die mediane Dienogest-Exposition (AUC(0-24h)) im Steady-State bei  
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1. Fachinformation für Humanarzneimittel  
Jugendlichen (693 μg·h/L; 95%-KI 666-719 μg·h/L) mit jener bei Erwachsenen (616 μg·h/L; 95%-KI  
562-670 μg·h/L) vergleichbar.  
Präklinische Daten  
Die im Rahmen von konventionellen Studien erhobenen präklinischen Daten zur Toxizität nach  
wiederholter Gabe, Genotoxizität und Karzinogenität zeigen kein spezielles Risiko für den Menschen.  
Es muss jedoch berücksichtigt werden, dass Sexualsteroide das Wachstum einiger hormonabhängiger  
Gewebe und Tumore fördern können.  
Dienogest ist nicht teratogen. Tierexperimentelle Studien zur Fertilität, der embryofötalen Entwicklung  
und der prä- und postnatalen Phase zeigten Effekte, die entweder auf die pharmakologische  
Gestagenwirkung zurückzuführen sind oder durch einen nagerspezifischen, estrogenen Metaboliten  
des Wirkstoffs hervorgerufen wurden.  
Sonstige Hinweise  
Inkompatibilitäten  
Nicht zutreffend.  
Beeinflussung diagnostischer Methoden  
Berichte zu CHC haben gezeigt, dass kontrazeptive Steroide die Ergebnisse bestimmter Labortests  
inklusive der biochemischen Parameter von Leber, Schilddrüse, Nebennieren- und Nierenfunktion,  
Plasmaspiegel von (Träger-) Proteinen (z.B. kortikosteroidebindendes Globulin) und  
Lipid/Lipoproteinfraktionen, Parameter des Kohlehydratmetabolismus sowie der Koagulation und der  
Fibrinolyse beeinflussen können. Diese Veränderungen bewegen sich im Allgemeinen innerhalb des  
Normbereichs. Inwiefern diese Veränderungen auch bei Gestagen-Mono-Präparaten auftreten, ist nicht  
bekannt.  
Haltbarkeit  
Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet  
werden.  
Besondere Lagerungshinweise  
Nicht über 30 °C lagern.  
Ausser Reichweite von Kindern aufbewahren.  
Bekannte Abweichungen zum Originalarzneimittel:  
Polnischer Parallelimport:  
Die Wochentage sind auf dem Blister nicht aufgedruckt.  
Zulassungsnummer  
Zulassungsnummer (Originalarzneimittel)  
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1. Fachinformation für Humanarzneimittel  
60119 (Swissmedic)  
Zulassungsnummer (Parallelimportiertes Arzneimittel)  
70484 (Swissmedic) (Polen)  
Packungen  
Originalarzneimittel  
Für Zul.-Nr. 60119 verfügbar  
Tabletten zu 2 mg: 2 x 14, 6 x 14 und 12 x 14 (B).  
Parallelimportiertes Arzneimittel  
Für Zul.-Nr. 70484 verfügbar  
Tabletten zu 2 mg: 2 x 14, 6 x 14 und 12 x 14 (B).  
Zulassungsinhaberin  
Zulassungsinhaberin (Erstanmelder)  
Bayer (Schweiz) AG, 8045 Zürich  
Zulassungsinhaberin (Importeur)  
EurimPharm Swiss AG, 9015 St. Gallen.  
Stand der Information  
Juli 2020  
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