1. Fachinformation für Humanarzneimittel  
Viread®, Filmtabletten  
Eingeführtes Arzneimittel gemäss Art. 14 Abs. 2 und 3 HMG («Parallelimport») von Viread,  
Filmtabletten (Zul.-Nr. 56251) der Zulassungsinhaberin Gilead Sciences Switzerland Sàrl, Zug.  
Zusammensetzung  
Wirkstoffe  
Tenofovirdisoproxil (als Tenofovirdisoproxilfumarat).  
Hilfsstoffe  
Tablettenkern:  
Croscarmellose-Natrium,  
Lactose-Monohydrat,  
Magnesiumstearat  
(E572),  
mikrokristalline Cellulose (E460), vorverkleisterte Stärke.  
Tablettenfilm: Triacetin (E1518), Hypromellose (E464), Indigocarmin-Aluminiumlack (E132), Lactose-  
Monohydrat, Titandioxid (E171).  
Eine Filmtablette Viread enthält 164 mg Lactose-Monohydrat.  
Eine Filmtablette Viread enthält 3,8 mg Natrium.  
Zusammensetzung gemäss ausländischer Packungsbeilage.  
Darreichungsform und Wirkstoffmenge pro Einheit  
Filmtabletten zu 245 mg Tenofovirdisoproxil (entsprechend 300 mg Tenofovirdisoproxilfumarat).  
Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten  
HIV-1-Infektion  
Viread ist indiziert in Kombination mit Emtricitabin oder Lamivudin und einem nicht-nukleosidischen  
Reverse-Transkriptase-Inhibitor (NNRTI) oder einem Proteaseinhibitor für die Behandlung von  
antiretroviral naiven HIV-1-infizierten Erwachsenen über 18 Jahren.  
Viread soll nicht Bestandteil einer Dreifach-Nukleosid-Reverse-Transkriptase-Inhibitor (NRTI)-  
Kombination sein. Für weitere nicht empfohlene antiretrovirale Arzneimittelkombinationen: siehe  
«Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen» und «Interaktionen».  
Viread ist indiziert in Kombination mit anderen antiretroviralen Arzneimitteln bei HIV-1-infizierten  
Patienten über 18 Jahren, bei denen ein virologisches Versagen der antiretroviralen  
Kombinationsbehandlung (ART) aufgetreten ist. Der Nutzen von Viread zur Behandlung einer HIV-1-  
Infektion wurde in Intensivierungsstudien gezeigt, bei denen Viread zusätzlich zu einer bestehenden  
ART gegeben wurde. Der überwiegende Anteil der Patienten wurde mit einer Dreifach-  
Kombinationstherapie gegen HIV vorbehandelt und zeigte ein frühes virologisches Versagen (<10'000  
HIV-RNA Kopien/ml), wobei der grössere Anteil der Patienten <5000 HIV-RNA Kopien/ml hatte. Zum  
jetzigen Zeitpunkt ist der Nutzen von Viread bei Patienten mit mehr als 10'000 HIV-RNA Kopien/ml  
unbekannt.  
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Bei der Entscheidung über ein neues Behandlungsschema für Patienten mit HIV-1-Infektion, bei denen  
eine antiretrovirale Therapie versagt hat, müssen die Mutationsmuster der verschiedenen Arzneimittel  
und die vorangegangenen Therapien beim einzelnen Patienten sorgfältig berücksichtigt werden. Ein  
Resistenztest - sofern verfügbar - kann angebracht sein.  
Hepatitis-B-Infektion  
Viread ist indiziert für die Behandlung chronischer Hepatitis B bei Erwachsenen mit:  
kompensierter Lebererkrankung mit nachgewiesener aktiver viraler Replikation, dauerhaft  
erhöhten Alaninaminotransferase-(ALT-)Werten im Serum und histologischem Nachweis einer  
aktiven Entzündung und/oder Fibrose (siehe «Eigenschaften/Wirkungen», «HBV-Daten»,  
«Klinische Wirksamkeit»).  
dekompensierter Lebererkrankung (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»;  
«Unerwünschte Wirkungen»; und «Eigenschaften/Wirkungen», «HBV-Daten», «Klinische  
Wirksamkeit»).  
Dosierung/Anwendung  
Die Therapie soll nur durch einen Arzt bzw. eine Ärztin eingeleitet werden, der bzw. die in der  
Behandlung der HIV-Infektion und/oder chronischer Hepatitis-B erfahren ist.  
Erwachsene  
Die empfohlene Dosis von Viread für die Behandlung von HIV oder chronischer Hepatitis B beträgt 245  
mg Tenofovirdisoproxil (1 Filmtablette) einmal täglich zusammen mit einer Mahlzeit.  
Therapiedauer  
Chronische Hepatitis B: Die optimale Therapiedauer ist nicht bekannt. Eine Beendigung der  
Behandlung kann wie folgt in Erwägung gezogen werden:  
Bei HBeAg-positiven Patienten ohne Zirrhose sollte die Behandlung mindestens 6-12 Monate  
nach einer bestätigten HBe-Serokonversion (HBeAg-Verlust und HBV-DNA-Verlust mit  
Nachweis von anti-HBe-Ak) oder bis zu einer HBs-Serokonversion oder bis zu einem Verlust  
der Wirksamkeit (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen») durchgeführt werden. Die  
ALT- und HBV-DNA-Werte im Serum sollten nach Beendigung der Behandlung regelmässig  
bestimmt werden, um einen späteren virologischen Rückfall zu erkennen.  
Bei HBeAg-negativen Patienten ohne Zirrhose sollte die Behandlung mindestens bis zu einer  
HBs-Serokonversion oder bis zu einem nachgewiesenen Verlust der Wirksamkeit durchgeführt  
werden. Bei einer längerfristigen Behandlungsdauer von mehr als 2 Jahren wird eine  
regelmässige Überprüfung des Therapieschemas empfohlen, um sicher zu stellen, dass die  
gewählte Behandlung für den Patienten weiterhin angemessen ist.  
Spezielle Dosierungsanweisungen  
Patienten mit Leberfunktionsstörungen  
Bei Patienten mit Leberfunktionsstörungen ist keine Dosisanpassung erforderlich, siehe  
«Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen» und «Pharmakokinetik».  
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Einzeldosis-Daten an Patienten mit mittelschwerer und schwerer Leberfunktionsstörung zeigten einen  
leichten zum Schweregrad der Leberfunktionsstörung proportionalen Anstieg der AUC von Tenofovir  
(mittelschwere Leberfunktionsstörung +13%, schwere Leberfunktionsstörung +34%).  
Wenn Viread bei Patienten mit chronischer Hepatitis B, mit oder ohne HIV-Koinfektion, abgesetzt wird,  
sollten diese Patienten engmaschig auf Anzeichen einer Exazerbation der Hepatitis hin überwacht  
werden (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).  
Patienten mit Nierenfunktionsstörungen  
Tenofovir wird über die Nieren eliminiert, und die Exposition gegenüber Tenofovir steigt bei Patienten  
mit Nierenfunktionsstörungen.  
Es liegen limitierte Daten zur Sicherheit und Wirksamkeit von Viread bei Patienten mit mittelschwerer  
und schwerer Nierenfunktionsstörung (Kreatinin-Clearance <50 ml/min) vor. Daten zum Langzeit-  
Sicherheitsprofil bei leichter Nierenfunktionsstörung (Kreatinin-Clearance 50-80 ml/min) wurden nicht  
evaluiert. Viread sollte deshalb bei Patienten mit Nierenfunktionsstörung nur eingesetzt werden, wenn  
der potenzielle Nutzen der Behandlung das potenzielle Risiko überwiegt. Es wird empfohlen, das  
Dosisintervall bei Patienten mit einer Kreatinin-Clearance <50 ml/min anzupassen.  
Leichte Nierenfunktionsstörung (Kreatinin-Clearance 50-80 ml/min): Limitierte Daten aus klinischen  
Studien unterstützen die einmal tägliche Dosierung von Viread bei Patienten mit leichter  
Nierenfunktionsstörung (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).  
Mittelschwere Nierenfunktionsstörung (Kreatinin-Clearance 30-49 ml/min): Es wird empfohlen, 245 mg  
Tenofovirdisoproxil alle 48 Stunden anzuwenden. Diese Empfehlung basiert auf der Modellierung von  
pharmakokinetischen Daten nach Einmalgabe von Tenofovirdisoproxilfumarat bei nicht-HIV- und nicht-  
HBV-infizierten Probanden mit unterschiedlich ausgeprägten Nierenfunktionsstörungen, wurde aber  
nicht durch Daten aus klinischen Studien bestätigt. Deshalb sollten bei diesen Patienten das klinische  
Ansprechen auf die Behandlung sowie die Nierenfunktion engmaschig überwacht werden (siehe  
«Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen» und «Pharmakokinetik»).  
Schwere Nierenfunktionsstörung (Kreatinin-Clearance 10-29 ml/min): Eine geeignete Dosisanpassung  
ist aufgrund fehlender alternativer Tablettenstärken nicht möglich. Deshalb wird die Anwendung bei  
diesen Patienten nicht empfohlen. Besteht keine alternative Therapiemöglichkeit, kann folgendes  
verlängertes Dosisintervall angewendet werden: 245 mg Tenofovirdisoproxil alle 72-96 Stunden  
(Dosierung: zweimal wöchentlich). Diese Anpassung der Dosierung beruht nicht auf Daten aus  
klinischen Studien. Simulationen zeigen, dass das verlängerte Dosisintervall möglicherweise nicht  
optimal ist und zu einer erhöhten Toxizität und ungenügender Wirksamkeit führen könnte. Deshalb  
müssen das klinische Ansprechen und die Nierenfunktion engmaschig überwacht werden (siehe  
«Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen» und «Pharmakokinetik»).  
Nicht-dialysepflichtige Patienten (Kreatinin-Clearance <10 ml/min): Für nicht-dialysepflichtige Patienten  
mit einer Kreatinin-Clearance <10 ml/min konnten keine Dosisempfehlungen aufgestellt werden.  
Deshalb ist die Anwendung bei diesen Patienten kontraindiziert.  
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Dialysepflichtige Patienten: Die Anwendung von Tenofovir ist bei dialysepflichtigen Patienten  
kontraindiziert.  
Ältere Patienten  
Es liegen keine Daten vor, die eine Dosisempfehlung für Patienten über 65 Jahren erlauben. Da bei  
Patienten über 65 Jahren häufig Nierenfunktionsstörungen vorliegen, sollte Viread bei dieser  
Patientengruppe nur mit besonderer Vorsicht eingesetzt werden (siehe «Warnhinweise und  
Vorsichtsmassnahmen»).  
Kinder und Jugendliche  
Die Sicherheit und Wirksamkeit von Viread bei Patienten unter 18 Jahren wurde nicht nachgewiesen.  
Viread soll bei Kindern oder Jugendlichen nicht verwendet werden, bis weitere Daten für diese  
Altersgruppen vorliegen.  
Art der Anwendung  
Bei Patienten mit Schluckbeschwerden kann Viread in ca. 100 ml Wasser, Orangensaft oder  
Traubensaft aufgelöst werden.  
Kontraindikationen  
Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff oder einem der Hilfsstoffe.  
Niereninsuffizienz mit Kreatinin-Clearance <10 ml/min.  
Dialysepflichtige Patienten.  
Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen  
Allgemein  
Viread wurde bei Patienten über 65 Jahren nicht untersucht. Da ältere Patienten mit einer grösseren  
Wahrscheinlichkeit eine eingeschränkte Nierenfunktion haben, ist bei der Behandlung dieser  
Patientengruppe besondere Vorsicht geboten.  
Allen HBV-infizierten Patienten sollte angeboten werden, sich auf HIV-Antikörper testen zu lassen,  
bevor mit der Tenofovirdisoproxilfumarat-Therapie begonnen wird (siehe unten «Koinfektion mit HIV-1  
und Hepatitis B»).  
Gleichzeitige Anwendung mit anderen Arzneimitteln  
Viread darf nicht gleichzeitig mit anderen Arzneimitteln angewendet werden, die  
Tenofovirdisoproxil enthalten.  
Viread darf nicht gleichzeitig mit Adefovirdipivoxil oder mit Arzneimitteln, die  
Tenofoviralafenamid enthalten, angewendet werden (siehe «Interaktionen»).  
Die gleichzeitige Anwendung von Viread und Didanosin wird nicht empfohlen. Die gleichzeitige  
Anwendung von Tenofovirdisoproxilfumarat und Didanosin führt zu einem Anstieg der  
systemischen Exposition von Didanosin um 40-60%, wodurch das Risiko für Didanosin-bedingte  
unerwünschte Wirkungen erhöht sein könnte (siehe «Interaktionen»). Seltene Fälle von  
Pankreatitis und Laktatazidose, mitunter tödlich, wurden berichtet. Die gleichzeitige Anwendung  
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von Tenofovirdisoproxilfumarat und Didanosin 400 mg täglich war mit einer signifikanten  
Abnahme der CD4-Zellzahl assoziiert, möglicherweise durch eine intrazelluläre Interaktion  
verursacht, die zu einem Anstieg an phosphoryliertem (d.h. aktivem) Didanosin führte. Bei einer  
auf 250 mg verringerten Dosis von Didanosin, gleichzeitig mit Tenofovirdisoproxilfumarat zur  
Behandlung der HIV-1-Infektion angewendet, wurde bei verschiedenen untersuchten  
Kombinationen eine hohe Rate an virologischem Versagen berichtet (siehe auch «Dreifache  
NRTI- bzw. NNRTI-Therapie»).  
Dreifache NRTI- bzw. NNRTI-Therapie  
Bei Kombinationen von Tenofovirdisoproxilfumarat mit Lamivudin und Abacavir, mit Lamivudin und  
Didanosin, mit Didanosin und Efavirenz sowie mit Lamivudin und Nevirapin in einer einmal täglichen  
Dosierung wurde bei HIV-Patienten über eine hohe Rate an frühem virologischem Versagen und früher  
Resistenzentwicklung berichtet. Diese Kombinationen, sowie Dreifach-NRTI-Kombinationen allgemein,  
welche Tenofovirdisoproxilfumarat enthalten, werden deshalb nicht empfohlen.  
Tenofovirdisoproxilfumarat wurde nicht bei antiretroviral erfahrenen HIV-infizierten Patienten mit  
komplett versagenden Vorbehandlungsregimen (HIV-RNA Kopien > 100'000/ml) untersucht. Falls  
Tenofovir bei dieser Patientengruppe angewendet werden sollte, müssen engmaschige Kontrollen der  
HIV-RNA Kopien durchgeführt werden, um eine Wirkung von Tenofovir in dieser Situation zu  
überprüfen. Eine Kombination mit einem bzw. mehreren anderen bis dahin bei diesen Patienten noch  
nicht angewendeten HIV-Arzneimitteln ist nach Möglichkeit zu empfehlen, obwohl Daten zu dieser  
Anwendung nicht vorliegen. In der Studie mit antiretroviral naiven Patienten waren auch Patienten mit  
mehr als 100'000 HIV-RNA Kopien/ml eingeschlossen.  
Generalisierte motorische Schwäche  
Eine generalisierte motorische Schwäche wurde sehr selten bei Patienten beobachtet, die eine ART  
mit Nukleosid-Analoga erhielten. Viele der Fälle, aber nicht alle, traten im Rahmen einer Laktatazidose  
auf. Diese motorische Schwäche kann klinisch ein Guillain-Barré-Syndrom inklusive Atemlähmung  
imitieren. Die Symptome können nach Beendigung der Therapie gegebenenfalls weiter bestehen bzw.  
sich weiter verschlechtern (siehe auch «Unerwünschte Wirkungen»).  
Exposition in utero: mitochondriale Dysfunktion  
Nukleos(t)id-Analoga können die mitochondriale Funktion in unterschiedlichem Ausmass  
beeinträchtigen. Dies ist unter Stavudin, Didanosin und Zidovudin am stärksten ausgeprägt. Es liegen  
Berichte über mitochondriale Funktionsstörungen bei HIV-negativen Kleinkindern vor, die in utero  
und/oder postnatal gegenüber Nukleosid-Analoga exponiert waren. Diese Berichte betrafen  
überwiegend Behandlungen mit Zidovudin-haltigen Therapien. Die hauptsächlich berichteten  
unerwünschten Wirkungen waren hämatologische Störungen (Anämie, Neutropenie) und  
Stoffwechselstörungen (Hyperlaktatämie, erhöhte Serum-Lipase-Werte). Diese Ereignisse waren  
meistens vorübergehend. Selten wurde über spät auftretende neurologische Störungen (Hypertonus,  
Konvulsionen, Verhaltensänderungen) berichtet. Ob solche neurologischen Störungen vorübergehend  
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oder bleibend sind, ist derzeit nicht bekannt. Diese Erkenntnisse sollten bei jedem Kind, das in utero  
gegenüber Nukleos(t)id-Analoga exponiert war und schwere klinische, insbesondere neurologische  
Befunde unbekannter Ätiologie aufweist, berücksichtigt werden. Jedes Kind, das in utero gegenüber  
Nukleos(t)id-Analoga exponiert war, auch HIV-negative Kinder, soll klinisch und anhand von  
Laborparametern nachuntersucht werden und soll im Falle von relevanten Anzeichen oder Symptomen  
vollständig auf mögliche mitochondriale Funktionsstörungen hin untersucht werden. Diese  
Erkenntnisse haben keinen Einfluss auf die derzeitigen nationalen Empfehlungen zur Anwendung der  
antiretroviralen Therapie bei schwangeren Frauen zur Prävention einer vertikalen HIV-Transmission.  
Gewicht und metabolische Parameter  
Während einer antiretroviralen Therapie können eine Gewichtszunahme und ein Anstieg der Blutlipid-  
und Blutglucosewerte auftreten. Diese Veränderungen können teilweise mit dem verbesserten  
Gesundheitszustand und dem Lebensstil zusammenhängen. In einigen Fällen ist ein Einfluss der  
Behandlung auf die Blutlipidwerte erwiesen, während es für die Gewichtszunahme keinen klaren  
Nachweis eines Zusammenhangs mit einer bestimmten Behandlung gibt. Für die Überwachung der  
Blutlipid- und Blutglucosewerte wird auf die anerkannten HIV-Therapierichtlinien verwiesen. Die  
Behandlung von Lipidstörungen sollte nach klinischem Ermessen erfolgen.  
Nierenfunktion  
Tenofovir wird primär über die Nieren eliminiert. Bei der Anwendung von Tenofovirdisoproxilfumarat im  
klinischen Alltag wurden akutes Nierenversagen, Tubulusnekrose, Niereninsuffizienz, erhöhtes  
Kreatinin, Hypophosphatämie, Proteinurie sowie proximale renale Tubulopathie (einschliesslich  
Fanconi-Syndrom) beobachtet (siehe «Unerwünschte Wirkungen»).  
Das renale Sicherheitsprofil von Viread wurde nur in sehr limitiertem Umfang bei Patienten mit  
Nierenfunktionsstörung (Kreatinin-Clearance < 80 ml/min) untersucht.  
Es wird empfohlen, die Kreatinin-Clearance bei allen Patienten vor Beginn der Therapie mit Viread zu  
berechnen sowie die Nierenfunktion (Kreatinin-Clearance und Serumphosphat) bei Patienten ohne  
Risikofaktoren für eine Nierenfunktionsstörung nach 2 bis 4 Behandlungswochen, nach 3  
Behandlungsmonaten und danach alle 3 bis 6 Monate zu überwachen.  
Bei Patienten mit einem Risiko für eine Nierenfunktionsstörung, einschliesslich Patienten, die bereits  
renale unerwünschte Wirkungen unter Adefovirdipivoxil entwickelt hatten, ist eine häufigere  
Überwachung der Nierenfunktion erforderlich.  
Patienten mit einer Kreatinin-Clearance von 10-50 ml/min: Es liegen limitierte Daten zur Sicherheit und  
Wirksamkeit von Tenofovirdisoproxilfumarat bei Patienten mit mittelschwerer bis schwerer  
Nierenfunktionsstörung vor. Die Exposition gegenüber Tenofovir kann bei Patienten mit einer Kreatinin-  
Clearance < 50 ml/min deutlich erhöht sein. Tenofovirdisoproxilfumarat sollte deshalb nur eingesetzt  
werden, wenn der mögliche Nutzen der Behandlung das mögliche Risiko überwiegt. Bei Patienten mit  
schwerer Nierenfunktionsstörung (Kreatinin-Clearance 10-29 ml/min) wird die Anwendung von  
Tenofovir nicht empfohlen. Wenn keine alternative Therapiemöglichkeit besteht, muss das  
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Dosisintervall angepasst, und die Nierenfunktion und die Viruslast müssen engmaschig überwacht  
werden (siehe «Dosierung/Anwendung» und «Pharmakokinetik»).  
Bei allen Patienten mit einem Serumphosphatspiegel < 1,5 mg/dl (0,48 mmol/l) oder einer auf < 50  
ml/min erniedrigten Kreatinin-Clearance, die Viread erhalten, muss die Nierenfunktion innerhalb einer  
Woche erneut kontrolliert werden. Dabei sollten auch der Blutzucker, die Kaliumkonzentration im Blut  
sowie die Glucosekonzentration im Urin bestimmt werden (siehe «Proximale renale Tubulopathie» in  
«Unerwünschte Wirkungen»). Das Dosisintervall von Viread sollte entsprechend angepasst werden  
(siehe «Dosierung/Anwendung»). Bei Patienten, bei denen die Kreatinin-Clearance auf < 50 ml/min  
oder der Serumphosphatspiegel auf < 1,0 mg/dl (0,32 mmol/l) gesunken ist, sollte ausserdem eine  
Unterbrechung der Therapie mit Viread erwogen werden. Für den Fall, dass die Nierenfunktion  
kontinuierlich abnimmt, ohne dass ein anderer erkennbarer Grund vorliegt, sollte ebenfalls eine  
Unterbrechung der Therapie mit Tenofovirdisoproxilfumarat erwogen werden.  
Bei gleichzeitiger oder vor kurzem erfolgter Behandlung mit nephrotoxischen Arzneimitteln (z.B.  
Aminoglykoside, Amphotericin B, Foscarnet, Ganciclovir, Pentamidin, Vancomycin, Cidofovir oder  
Interleukin-2) ist die Anwendung von Viread zu vermeiden (siehe «Interaktionen»). Wenn die  
gleichzeitige Anwendung von Viread und anderen nephrotoxischen Arzneimitteln unvermeidbar ist,  
muss die Nierenfunktion wöchentlich kontrolliert werden.  
Bei Patienten mit Risikofaktoren für eine Nierenfunktionsstörung wurden unter der Behandlung mit  
Tenofovirdisoproxilfumarat Fälle von akutem Nierenversagen nach Beginn der Anwendung von  
hochdosierten oder mehreren nicht steroidalen antiinflammatorischen Arzneimitteln (NSAIDs) berichtet.  
Falls Tenofovirdisoproxilfumarat gleichzeitig mit einem NSAID angewendet wird, sollte die  
Nierenfunktion angemessen kontrolliert werden.  
Bei Patienten, die Tenofovirdisoproxilfumarat in Kombination mit einem mit Ritonavir oder Cobicistat  
geboosteten Proteaseinhibitor erhielten, wurde ein höheres Risiko fr eine Nierenfunktionsstörung  
berichtet. Bei diesen Patienten ist eine engmaschige Überwachung der Nierenfunktion erforderlich  
(siehe «Interaktionen»). Bei Patienten mit Risikofaktoren fr eine Nierenfunktionsstörung sollte die  
gleichzeitige Anwendung von Tenofovirdisoproxilfumarat mit einem geboosteten Proteaseinhibitor  
sorgfältig geprft werden.  
Tenofovirdisoproxilfumarat wurde klinisch nicht untersucht bei Patienten, die Arzneimittel erhielten, die  
über denselben renalen Stoffwechselweg, einschliesslich der Transportproteine human organic anion  
transporter (hOAT 1 und 3 oder MRP 4), ausgeschieden werden (z.B. Cidofovir, ein bekanntes  
nephrotoxisches Arzneimittel). Diese renalen Transportproteine könnten für die tubuläre Sekretion und  
teilweise für die renale Elimination von Tenofovir und Cidofovir verantwortlich sein. Daher könnte sich  
die Pharmakokinetik dieser über denselben renalen Stoffwechselweg, einschliesslich der  
Transportproteine hOAT 1 und 3 oder MRP 4, ausgeschiedenen Arzneimittel bei gleichzeitiger  
Verabreichung ändern. Die gleichzeitige Anwendung dieser Arzneimittel wird nicht empfohlen, es sei  
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denn, sie ist unbedingt notwendig. In diesem Fall muss die Nierenfunktion wöchentlich kontrolliert  
werden.  
Lebererkrankung  
Einzeldosis-Daten an Patienten mit mittelschwerer und schwerer Leberfunktionsstörung zeigten einen  
leichten zum Schweregrad der Leberfunktionsstörung proportionalen Anstieg der AUC von Tenofovir  
(mittelschwere Leberfunktionsstörung +13%, schwere Leberfunktionsstörung +34%).  
Daten zur Sicherheit und Wirksamkeit bei lebertransplantierten Patienten sind sehr limitiert.  
Es liegen limitierte Daten zur Sicherheit und Wirksamkeit von Tenofovirdisoproxilfumarat bei HBV-  
infizierten Patienten mit dekompensierter Lebererkrankung und einem Child-Pugh-Turcotte-Score  
(CPT-Score) > 9 vor. Diese Patienten können ein erhöhtes Risiko für das Auftreten schwerer  
hepatischer oder renaler unerwünschter Wirkungen haben. Daher sollten bei dieser  
Patientenpopulation die Leber-, Gallen- und Nierenwerte engmaschig überwacht werden.  
Exazerbationen der Hepatitis  
Entzündungsschübe während der Behandlung: Spontane Exazerbationen bei chronischer Hepatitis B  
sind relativ häufig und durch einen vorübergehenden Anstieg des ALT-Wertes im Serum charakterisiert.  
Nach Beginn einer antiviralen Therapie kann der ALT-Spiegel ansteigen, während die HBV-DNA-Titer  
im Serum sinken (siehe «Unerwünschte Wirkungen»). Bei Tenofovir-behandelten Patienten traten  
Exazerbationen während der Behandlung typischerweise nach 4-8 Wochen Therapiedauer auf. Bei  
Patienten mit kompensierter Lebererkrankung waren die erhöhten ALT-Spiegel im Serum im  
Allgemeinen nicht von einem Anstieg der Bilirubinkonzentrationen im Serum oder einer  
Dekompensation begleitet. Patienten mit Leberzirrhose haben ein höheres Risiko für eine  
Dekompensation nach einer Hepatitis-Exazerbation und sollten deshalb während der Therapie  
engmaschig überwacht werden.  
Entzündungsschübe nach Beendigung der Behandlung: Akute Exazerbationen der Hepatitis wurden  
auch bei Patienten berichtet, die die Hepatitis-B-Therapie beendet haben. Hepatitis-Exazerbationen  
nach der Behandlung gehen gewöhnlich mit einem Anstieg der HBV-DNA einher und die meisten Fälle  
scheinen selbst-limitierend zu verlaufen. Es wurden jedoch schwere Exazerbationen, einschliesslich  
solcher mit letalem Ausgang, berichtet. Die Leberfunktion sollte nach Beendigung der Hepatitis-B-  
Therapie mindestens 6 Monate durch wiederholte klinische und Laboruntersuchungen überwacht  
werden. Eine erneute Hepatitis-B-Therapie kann erforderlich sein. Bei Patienten mit fortgeschrittener  
Lebererkrankung oder Zirrhose wird ein Absetzen der Behandlung nicht empfohlen, da eine  
Exazerbation der Hepatitis nach Behandlungsende zu einer Leberdekompensation führen kann.  
Bei Patienten mit dekompensierter Lebererkrankung sind Hepatitis-Exazerbationen besonders kritisch  
und verlaufen manchmal tödlich.  
Koinfektion mit Hepatitis C oder D  
Es liegen keine Daten zur Wirksamkeit von Tenofovir bei Patienten vor, die mit dem Hepatitis-C- oder  
-D-Virus koinfiziert sind.  
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Koinfektion mit HIV-1 und Hepatitis B  
Wegen des Risikos einer Resistenzentwicklung der HI-Viren sollte Tenofovirdisoproxilfumarat bei  
HIV/HBV-koinfizierten Patienten nur als Teil einer angemessenen ART angewendet werden. Patienten  
mit vorbestehenden Leberfunktionsstörungen, einschliesslich chronisch aktiver Hepatitis, weisen  
während einer ART häufiger Anomalien der Leberfunktion auf und müssen entsprechend überwacht  
werden. Bei Anzeichen einer Verschlechterung der Lebererkrankung muss eine Unterbrechung oder  
ein Absetzen der Therapie erwogen werden. Es sollte jedoch beachtet werden, dass Anstiege der ALT-  
Werte als Teil des antiviralen Therapieansprechens unter Tenofovir angesehen werden können (siehe  
unter «Exazerbationen der Hepatitis»).  
Verabreichung mit bestimmten Hepatitis-C-Virostatika  
Bei der gleichzeitigen Verabreichung von Tenofovirdisoproxilfumarat mit Ledipasvir/Sofosbuvir,  
Sofosbuvir/Velpatasvir oder Sofosbuvir/Velpatasvir/Voxilaprevir erhöhten sich nachweislich die  
Plasmakonzentrationen von Tenofovir, vor allem bei einer gleichzeitigen HIV-Therapie, die  
Tenofovirdisoproxilfumarat und einen pharmakokinetischen Booster (Ritonavir oder Cobicistat) enthielt.  
Die Sicherheit von Tenofovirdisoproxilfumarat bei Verabreichung von Ledipasvir/Sofosbuvir,  
Sofosbuvir/Velpatasvir oder Sofosbuvir/Velpatasvir/Voxilaprevir und einem pharmakokinetischen  
Booster wurde nicht belegt. Die potenziellen Risiken und Vorteile einer gleichzeitigen Verabreichung  
von Ledipasvir/Sofosbuvir, Sofosbuvir/Velpatasvir oder Sofosbuvir/Velpatasvir/Voxilaprevir und  
Tenofovirdisoproxilfumarat in Verbindung mit einem geboosteten HIV-Proteaseinhibitor (z.B.  
Atazanavir oder Darunavir) sollten abgewogen werden, vor allem bei Patienten mit erhöhtem Risiko für  
Nierenfunktionsstörungen. Patienten, die Ledipasvir/Sofosbuvir, Sofosbuvir/Velpatasvir oder  
Sofosbuvir/Velpatasvir/Voxilaprevir zusammen mit Tenofovirdisoproxilfumarat und einem geboosteten  
HIV-Proteaseinhibitor erhalten, sollten auf mit Tenofovirdisoproxilfumarat assoziierte unerwünschte  
Wirkungen überwacht werden.  
K65R-Mutationen  
Viread soll nicht bei antiretroviral vorbehandelten HIV-1-infizierten Patienten mit nachgewiesener  
K65R-Mutation angewendet werden, weil die K65R-Mutation zum vollständigen Wirkungsverlust von  
Tenofovir führt (siehe «Pharmakodynamik»).  
HBV/HIV-Übertragung  
Chronische Hepatitis B  
Patienten müssen darüber aufgeklärt werden, dass Tenofovirdisoproxilfumarat das Risiko einer HBV-  
Übertragung auf andere durch sexuellen Kontakt oder kontaminiertes Blut nicht verhindert. Es müssen  
weiterhin geeignete Vorsichtsmassnahmen getroffen werden.  
HIV-1  
Es besteht ein Risiko der sexuellen Übertragung von HIV, wenn die verordnete ART nicht regelmässig  
eingenommen wird und/oder die virale Suppression nicht erreicht und aufrechterhalten werden kann.  
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Die Ergebnisse von Beobachtungsstudien zeigen, dass kein Risiko einer sexuellen Übertragung  
besteht, wenn eine virale Suppression erreicht und aufrechterhalten wird.  
Opportunistische Infektionen  
HIV-infizierte Patienten, die Viread oder eine andere antiretrovirale Therapie erhalten, können weiterhin  
opportunistische Infektionen und sonstige Komplikationen einer HIV-Infektion entwickeln. Deshalb ist  
weiterhin eine kontinuierliche engmaschige klinische Überwachung durch Ärzte, die in der Behandlung  
von Patienten mit HIV-assoziierten Erkrankungen erfahren sind, erforderlich.  
Immun-Reaktivierungs-Syndrom  
Bei HIV-infizierten Patienten mit schwerem Immundefekt kann sich zum Zeitpunkt der Einleitung einer  
ART eine entzündliche Reaktion auf asymptomatische oder residuale opportunistische Infektionen  
entwickeln, die zu schweren klinischen Zuständen oder zur Verschlechterung von Symptomen führt.  
Typischerweise wurden solche Reaktionen innerhalb der ersten Wochen oder Monate nach Beginn der  
ART beobachtet. Entsprechende Beispiele sind unter anderem CMV-Retinitis, disseminierte und/oder  
lokalisierte mykobakterielle Infektionen und Pneumonie verursacht durch Pneumocystis jirovecii. Jedes  
Entzündungssymptom ist zu bewerten; falls notwendig ist eine Behandlung einzuleiten.  
Es liegen auch Berichte über Autoimmunerkrankungen (wie z.B. Morbus Basedow und  
Autoimmunhepatitis) vor, die im Rahmen einer Immun-Reaktivierung auftraten; allerdings ist der  
Zeitpunkt des Auftretens sehr variabel und diese Ereignisse können viele Monate nach Beginn der  
Behandlung auftreten.  
Osteonekrose  
Obwohl eine multifaktorielle Ätiologie angenommen wird (darunter Anwendung von Kortikosteroiden,  
Alkoholkonsum, schwere Immunsuppression, höherer Body-Mass-Index), wurden Fälle von  
Osteonekrose insbesondere bei Patienten mit fortgeschrittener HIV-Erkrankung und/oder  
Langzeitanwendung einer ART berichtet. Die Patienten sind darauf hinzuweisen, bei Auftreten von  
Gelenkbeschwerden und -schmerzen, Gelenksteife oder Schwierigkeiten bei Bewegungen den Arzt  
bzw. die Ärztin aufzusuchen.  
Wirkung auf die Knochen  
Knochenanomalien, wie z.B. eine Osteomalazie, die sich als persistierende oder verschlechternde  
Knochenschmerzen manifestieren und in seltenen Fällen zu Frakturen beitragen können, sind  
möglicherweise mit einer durch Tenofovirdisoproxilfumarat induzierten proximalen renalen  
Tubulopathie assoziiert (siehe «Unerwünschte Wirkungen»).  
In randomisierten, kontrollierten klinischen Studien mit einer Dauer von bis zu 144 Wochen bei HIV-  
oder HBV-infizierten Patienten wurde unter Tenofovirdisoproxil eine Verringerung der  
Knochenmineraldichte (bone mineral density, BMD) beobachtet (siehe «Unerwünschte Wirkungen»).  
Diese Abnahmen der BMD besserten sich im Allgemeinen nach Absetzen der Behandlung.  
In anderen (prospektiven und Querschnitts-) Studien wurde das grösste Absinken der BMD bei  
Patienten beobachtet, die Tenofovirdisoproxilfumarat im Rahmen einer Behandlung erhielten, die einen  
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1. Fachinformation für Humanarzneimittel  
geboosteten Proteasehemmer beinhaltete. Angesichts der mit Tenofovirdisoproxilfumarat assoziierten  
Knochenanomalien und der begrenzten Langzeitdaten über die Auswirkungen von  
Tenofovirdisoproxilfumarat auf die Knochengesundheit und das Frakturrisiko, sollten bei Patienten mit  
Osteoporose oder mit einer Vorgeschichte von Knochenbrüchen alternative Behandlungen in  
Erwägung gezogen werden. Bei vermuteten oder nachgewiesenen Knochenanomalien sollte eine  
entsprechende medizinische Beratung eingeholt werden.  
Hilfsstoffe  
Viread enthält weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) pro Tablette, d.h. Viread ist nahezu «natriumfrei».  
Viread enthält 164 mg Lactose-Monohydrat. Patienten mit der seltenen hereditären Galactose-  
Intoleranz, völligem Lactase-Mangel oder Glucose-Galactose-Malabsorption sollten dieses Arzneimittel  
nicht anwenden.  
Interaktionen  
Interaktionsstudien wurden nur bei Erwachsenen durchgeführt.  
In-vitro-Studien und klinische, pharmakokinetische Interaktionsstudien haben gezeigt, dass das Risiko  
von CYP450-vermittelter Interaktionen zwischen Tenofovirdisoproxilfumarat und anderen Arzneimitteln  
gering ist (siehe auch «Pharmakokinetik»).  
Gleichzeitige Anwendung nicht empfohlen  
(siehe auch «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»)  
Viread darf nicht gleichzeitig mit anderen Arzneimitteln angewendet werden, die Tenofovirdisoproxil  
enthalten.  
Viread darf nicht gleichzeitig mit Adefovirdipivoxil oder mit Arzneimitteln, die Tenofoviralafenamid  
enthalten, angewendet werden.  
Didanosin: Die gleichzeitige Anwendung von Viread und Didanosin wird nicht empfohlen (siehe Tabelle  
1).  
Dreifache NRTI- bzw. NNRTI-Therapie: Bei Kombinationen von Tenofovirdisoproxilfumarat mit  
Lamivudin und Abacavir, mit Lamivudin und Didanosin, mit Didanosin und Efavirenz sowie mit  
Lamivudin und Nevirapin in einer einmal täglichen Dosierung wurde bei HIV-Patienten über eine hohe  
Rate an frühem virologischem Versagen und früher Resistenzentwicklung berichtet. Diese  
Kombinationen, sowie Dreifach-NRTI-Kombinationen allgemein, welche Tenofovirdisoproxilfumarat  
enthalten, werden deshalb nicht empfohlen.  
Renal ausgeschiedene Arzneimittel: Die Anwendung von Viread ist zu vermeiden bei gleichzeitiger  
oder vor kurzem erfolgter Behandlung mit nephrotoxischen Arzneimitteln (z.B. Aminoglykoside,  
Amphotericin B, Foscarnet, Ganciclovir, Pentamidin, Vancomycin, Cidofovir oder Interleukin-2).  
Gleichzeitige Anwendung mit antiretroviralen Arzneimitteln  
Tenofovirdisoproxilfumarat wurde in Kombination mit Atazanavir, Didanosin, Emtricitabin, Lamivudin,  
Indinavir, Efavirenz und Lopinavir/Ritonavir bei gesunden Freiwilligen untersucht.  
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1. Fachinformation für Humanarzneimittel  
Abacavir, Emtricitabin, Tipranavir, Lamivudin, Indinavir, Efavirenz, Nelfinavir und Saquinavir (Ritonavir-  
geboostet): Die gleichzeitige Verabreichung mit Tenofovirdisoproxilfumarat führte zu keinen klinisch  
signifikanten Interaktionen.  
Weitere Interaktionen zwischen Tenofovirdisoproxilfumarat und anderen Arzneimitteln sind in der  
nachstehenden Tabelle 1 aufgefꢀhrt, wobei «↑» einen Anstieg bedeutet, «↓» eine Abnahme, «↔» keine  
Veränderung, «b.i.d.» zweimal täglich und «q.d.» einmal täglich.  
Tabelle 1: Interaktionen zwischen Tenofovirdisoproxilfumarat und anderen antiretroviralen  
Arzneimitteln  
Arzneimittel nach therapeutischer Klasse  
Auswirkungen auf die  
Wirkstoffkonzentration  
Empfehlung zur  
gleichzeitigen Anwendung  
mit Viread  
Mittlere prozentuale  
Veränderung der AUC,  
Cmax, Cmin  
Antiinfektiva  
Antiretrovirale Arzneimittel  
Proteaseinhibitoren  
Atazanavir/Ritonavir/  
Atazanavir:  
AUC: ↓ 25%  
Cmax: ↓ 28%  
Cmin: ↓ 26%  
Tenofovir:  
Eine Dosisanpassung wird  
nicht empfohlen. Höhere  
Tenofovir-Konzentrationen  
könnten  
Tenofovirdisoproxilfumarat  
(300 mg q.d./100 mg q.d./300 mg q.d.)  
Tenofovirdisoproxilfumarat-  
assoziierte unerwünschte  
Wirkungen, darunter  
Nierenfunktionsstörungen,  
verstärken. Die  
AUC: ↑ 37%  
Cmax: ↑ 34%  
Cmin: ↑ 29%  
Nierenfunktion sollte  
engmaschig überwacht  
werden (siehe  
«Warnhinweise und  
Vorsichtsmassnahmen»).  
Darunavir/Ritonavir/  
Darunavir:  
Eine Dosisanpassung wird  
nicht empfohlen. Höhere  
Tenofovir-Konzentrationen  
könnten  
Tenofovirdisoproxilfumarat  
(300 mg b.i.d./100 mg b.i.d./300 mg q.d.)  
Kein signifikanter Effekt  
auf die PK-Parameter von  
Darunavir/Ritonavir.  
Tenofovir:  
Tenofovirdisoproxilfumarat-  
assoziierte unerwünschte  
Wirkungen, darunter  
AUC: ↑ 22%  
Cmin: ↑ 37%  
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1. Fachinformation für Humanarzneimittel  
Nierenfunktionsstörungen,  
verstärken. Die  
Nierenfunktion sollte  
engmaschig überwacht  
werden (siehe  
«Warnhinweise und  
Vorsichtsmassnahmen»).  
Lopinavir/Ritonavir/  
Lopinavir/Ritonavir:  
Eine Dosisanpassung wird  
nicht empfohlen. Höhere  
Tenofovir-Konzentrationen  
könnten  
Tenofovirdisoproxilfumarat  
(400 mg b.i.d./100 mg b.i.d./300 mg q.d.)  
Kein signifikanter Effekt  
auf die PK-Parameter von  
Lopinavir/Ritonavir.  
Tenofovir:  
AUC: ↑ 32%  
Cmax: ↔  
Tenofovirdisoproxilfumarat-  
assoziierte unerwünschte  
Wirkungen, darunter  
Nierenfunktionsstörungen,  
verstärken. Die  
Cmin: ↑ 51%  
Nierenfunktion sollte  
engmaschig überwacht  
werden (siehe  
«Warnhinweise und  
Vorsichtsmassnahmen»).  
NRTIs  
Adefovirdipivoxil  
AUC: ↔  
Cmax: ↔  
Tenofovirdisoproxilfumarat  
darf nicht gleichzeitig mit  
Adefovirdipivoxil  
angewendet werden (siehe  
«Warnhinweise und  
Vorsichtsmassnahmen»).  
Die gleichzeitige  
Didanosin  
Die gleichzeitige  
Anwendung von  
Anwendung von  
Tenofovirdisoproxilfumarat Tenofovirdisoproxilfumarat  
und Didanosin führt zu  
einem Anstieg der  
und Didanosin wird nicht  
empfohlen (siehe  
systemischen Exposition  
von Didanosin um 40-  
«Warnhinweise und  
Vorsichtsmassnahmen»).  
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1. Fachinformation für Humanarzneimittel  
60%, wodurch das Risiko  
für Didanosin-bedingte  
unerwünschte Wirkungen  
erhöht sein könnte.  
Seltene Fälle von  
Pankreatitis und  
Laktatazidose, mitunter  
tödlich, wurden berichtet.  
Die gleichzeitige  
Anwendung von  
Tenofovirdisoproxilfumarat  
und Didanosin 400 mg  
täglich war mit einer  
signifikanten Abnahme  
der CD4-Zellzahl  
assoziiert, möglicherweise  
durch eine intrazelluläre  
Interaktion verursacht, die  
zu einem Anstieg an  
phosphoryliertem (d.h.  
aktivem) Didanosin führte.  
Bei einer auf 250 mg  
verringerten Dosis von  
Didanosin, gleichzeitig mit  
Tenofovirdisoproxilfumarat  
angewendet, wurde bei  
verschiedenen  
untersuchten  
Kombinationen zur  
Behandlung der HIV-1-  
Infektion eine hohe Rate  
an virologischem  
Versagen berichtet.  
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1. Fachinformation für Humanarzneimittel  
Entecavir  
AUC: ↔  
Bei gleichzeitiger  
Cmax: ↔  
Anwendung von  
Tenofovirdisoproxilfumarat  
mit Entecavir zeigten sich  
keine klinisch signifikanten  
pharmakokinetischen  
Interaktionen.  
Antivirale Arzneimittel gegen Hepatitis C  
Ledipasvir/Sofosbuvir  
Ledipasvir:  
AUC: ↑ 96%  
Cmax: ↑ 68%  
Erhöhte  
(90 mg/400 mg q.d.) +  
Plasmakonzentrationen  
von Tenofovir, bedingt  
durch eine gleichzeitige  
Verabreichung von  
Atazanavir/Ritonavir  
Cmin: ↑ 118%  
Sofosbuvir:  
AUC: ↔  
(300 mg q.d./100 mg q.d.) +  
Emtricitabin/Tenofovirdisoproxilfumarat  
(200 mg/300 mg q.d.)1  
Cmax: ↔  
GS-3310072:  
AUC: ↔  
Tenofovirdisoproxilfumarat,  
Ledipasvir/Sofosbuvir und  
Atazanavir/Ritonavir  
können verstärkt zu mit  
Tenofovirdisoproxilfumarat  
assoziierten  
Cmax: ↔  
Cmin: ↑ 42%  
Atazanavir:  
AUC: ↔  
Cmax: ↔  
Cmin: ↑ 63%  
Ritonavir:  
AUC: ↔  
unerwünschten Wirkungen  
führen, einschliesslich  
Nierenfunktionsstörungen.  
Die Sicherheit von  
Cmax: ↔  
Cmin: ↑ 45%  
Emtricitabin:  
AUC: ↔  
Cmax: ↔  
Cmin: ↔  
Tenofovir:  
AUC: ↔  
Cmax: ↑ 47%  
Cmin: ↑ 47%  
Tenofovirdisoproxilfumarat  
bei Verabreichung mit  
Ledipasvir/Sofosbuvir und  
einem  
pharmakokinetischen  
Booster (z.B. Ritonavir  
oder Cobicistat) wurde  
nicht ausreichend  
untersucht.  
Wenn keine Alternativen  
zur Verfügung stehen,  
sollte diese Kombination  
mit Vorsicht und unter  
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1. Fachinformation für Humanarzneimittel  
engmaschiger  
Überwachung der  
Nierenfunktion  
angewendet werden (siehe  
«Warnhinweise und  
Vorsichtsmassnahmen»).  
Ledipasvir/Sofosbuvir  
Ledipasvir:  
Erhöhte  
(90 mg/400 mg q.d.) +  
AUC: ↔  
Plasmakonzentrationen  
von Tenofovir, bedingt  
durch eine gleichzeitige  
Verabreichung von  
Tenofovirdisoproxilfumarat,  
Ledipasvir/Sofosbuvir und  
Darunavir/Ritonavir können  
verstärkt zu mit  
Darunavir/Ritonavir  
Cmax: ↔  
(800 mg q.d./100 mg q.d.) +  
Emtricitabin/Tenofovirdisoproxilfumarat  
(200 mg/300 mg q.d.)1  
Cmin: ↔  
Sofosbuvir:  
AUC: ↓ 27%  
Cmax: ↓ 37%  
GS-3310072:  
AUC: ↔  
Cmax: ↔  
Tenofovirdisoproxilfumarat  
assoziierten  
Cmin: ↔  
Darunavir:  
AUC: ↔  
unerwünschten Wirkungen  
führen, einschliesslich  
Nierenfunktionsstörungen.  
Die Sicherheit von  
Cmax: ↔  
Cmin: ↔  
Ritonavir:  
AUC: ↔  
Tenofovirdisoproxilfumarat  
bei Verabreichung mit  
Ledipasvir/Sofosbuvir und  
einem  
Cmax: ↔  
Cmin: ↑ 48%  
Emtricitabin:  
AUC: ↔  
pharmakokinetischen  
Booster (z.B. Ritonavir  
oder Cobicistat) wurde  
nicht ausreichend  
Cmax: ↔  
Cmin: ↔  
Tenofovir:  
AUC: ↑ 50%  
Cmax: ↑ 64%  
Cmin: ↑ 59%  
untersucht.  
Wenn keine Alternativen  
zur Verfügung stehen,  
sollte diese Kombination  
mit Vorsicht und unter  
engmaschiger  
Überwachung der  
Nierenfunktion  
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1. Fachinformation für Humanarzneimittel  
angewendet werden (siehe  
«Warnhinweise und  
Vorsichtsmassnahmen»).  
Ledipasvir/Sofosbuvir  
(90 mg/400 mg q.d.) +  
Ledipasvir:  
AUC: ↓ 34%  
Eine Dosisanpassung wird  
nicht empfohlen. Höhere  
Tenofovir-Konzentrationen  
könnten  
Efavirenz/Emtricitabin/Tenofovirdisoproxilfumarat Cmax: ↓ 34%  
(600 mg/200 mg/300 mg q.d.)  
Cmin: ↓ 34%  
Sofosbuvir:  
AUC: ↔  
Tenofovirdisoproxilfumarat-  
assoziierte unerwünschte  
Wirkungen, darunter  
Nierenfunktionsstörungen,  
verstärken. Die  
Cmax: ↔  
GS-3310072:  
AUC: ↔  
Cmax: ↔  
Nierenfunktion sollte  
engmaschig überwacht  
werden (siehe  
Cmin: ↔  
Efavirenz:  
AUC: ↔  
«Warnhinweise und  
Vorsichtsmassnahmen»).  
Cmax: ↔  
Cmin: ↔  
Emtricitabin:  
AUC: ↔  
Cmax: ↔  
Cmin: ↔  
Tenofovir:  
AUC: ↑ 98%  
Cmax: ↑ 79%  
Cmin: ↑ 163%  
Ledipasvir:  
AUC: ↔  
Ledipasvir/Sofosbuvir  
(90 mg/400 mg q.d.) +  
Eine Dosisanpassung wird  
nicht empfohlen. Höhere  
Tenofovir-Konzentrationen  
könnten  
Emtricitabin/Rilpivirin/Tenofovirdisoproxilfumarat Cmax: ↔  
(200 mg/25 mg/300 mg q.d.)  
Cmin: ↔  
Sofosbuvir:  
AUC: ↔  
Tenofovirdisoproxilfumarat-  
assoziierte unerwünschte  
Wirkungen, darunter  
Nierenfunktionsstörungen,  
verstärken. Die  
Cmax: ↔  
GS-3310072:  
AUC: ↔  
17 / 50  
1. Fachinformation für Humanarzneimittel  
Cmax: ↔  
Nierenfunktion sollte  
engmaschig überwacht  
werden (siehe  
Cmin: ↔  
Emtricitabin:  
AUC: ↔  
«Warnhinweise und  
Vorsichtsmassnahmen»).  
Cmax: ↔  
Cmin: ↔  
Rilpivirin:  
AUC: ↔  
Cmax: ↔  
Cmin: ↔  
Tenofovir:  
AUC: ↑ 40%  
Cmax: ↔  
Cmin: ↑ 91%  
Sofosbuvir:  
AUC: ↔  
Ledipasvir/Sofosbuvir  
Es wird keine  
(90 mg/400 mg q.d.) + Dolutegravir (50 mg q.d.)  
+ Emtricitabin/Tenofovirdisoproxilfumarat  
(200 mg/300 mg q.d.)  
Dosisanpassung  
Cmax: ↔  
GS-3310072:  
empfohlen. Höhere  
Tenofovir-Konzentrationen  
könnten  
AUC: ↔  
Cmax: ↔  
Tenofovirdisoproxilfumarat-  
assoziierte unerwünschte  
Wirkungen, darunter  
Nierenfunktionsstörungen,  
verstärken. Die  
Cmin: ↔  
Ledipasvir:  
AUC: ↔  
Cmax: ↔  
Cmin: ↔  
Nierenfunktion sollte  
engmaschig überwacht  
werden (siehe  
Dolutegravir:  
AUC: ↔  
Cmax: ↔  
«Warnhinweise und  
Vorsichtsmassnahmen»).  
Cmin: ↔  
Emtricitabin:  
AUC: ↔  
Cmax: ↔  
Cmin: ↔  
Tenofovir:  
AUC: ↑ 65%  
Cmax: ↑ 61%  
Cmin: ↑ 115%  
18 / 50  
1. Fachinformation für Humanarzneimittel  
Sofosbuvir/Velpatasvir  
Sofosbuvir:  
Erhöhte  
(400 mg/100 mg q.d.) +  
Atazanavir/Ritonavir  
AUC: ↔  
Plasmakonzentrationen  
von Tenofovir, bedingt  
durch eine gleichzeitige  
Verabreichung von  
Cmax: ↔  
2
(300 mg q.d./100 mg q.d.) +  
Emtricitabin/Tenofovirdisoproxilfumarat  
(200 mg/300 mg q.d.)  
GS-331007 :  
AUC: ↔  
Cmax: ↔  
Tenofovirdisoproxilfumarat,  
Sofosbuvir/Velpatasvir und  
Atazanavir/Ritonavir  
können verstärkt zu mit  
Tenofovirdisoproxilfumarat  
assoziierten  
Cmin: ↑ 42%  
Velpatasvir:  
AUC: ↑ 142%  
Cmax: ↑ 55%  
Cmin: ↑ 301%  
Atazanavir:  
AUC: ↔  
unerwünschten Wirkungen  
führen, einschliesslich  
Nierenfunktionsstörungen.  
Die Sicherheit von  
Cmax: ↔  
Cmin: ↑ 39%  
Ritonavir:  
AUC: ↔  
Tenofovirdisoproxilfumarat  
bei Verabreichung mit  
Sofosbuvir/Velpatasvir und  
einem  
Cmax: ↔  
Cmin: ↑ 29%  
Emtricitabin:  
AUC: ↔  
pharmakokinetischen  
Booster (z.B. Ritonavir  
oder Cobicistat) wurde  
nicht bestätigt.  
Cmax: ↔  
Cmin: ↔  
Tenofovir:  
AUC: ↔  
Die Kombination sollte mit  
Vorsicht und unter häufiger  
Überwachung der  
Cmax: ↑ 55%  
Cmin: ↑ 39%  
Nierenfunktion  
angewendet werden (siehe  
«Warnhinweise und  
Vorsichtsmassnahmen»).  
Erhöhte  
Sofosbuvir/Velpatasvir  
Sofosbuvir:  
AUC: ↓ 28%  
Cmax: ↓ 38%  
(400 mg/100 mg q.d.) +  
Darunavir/Ritonavir  
Plasmakonzentrationen  
von Tenofovir, bedingt  
durch eine gleichzeitige  
Verabreichung von  
2
(800 mg q.d./100 mg q.d.) +  
Emtricitabin/Tenofovirdisoproxilfumarat  
(200 mg/300 mg q.d.)  
GS-331007 :  
AUC: ↔  
Cmax: ↔  
Cmin: ↔  
Tenofovirdisoproxilfumarat,  
Sofosbuvir/Velpatasvir und  
19 / 50  
1. Fachinformation für Humanarzneimittel  
Velpatasvir:  
Darunavir/Ritonavir können  
verstärkt zu mit  
AUC: ↔  
Cmax: ↓ 24%  
Cmin: ↔  
Tenofovirdisoproxilfumarat  
assoziierten  
Darunavir:  
AUC: ↔  
unerwünschten Wirkungen  
führen, einschliesslich  
Nierenfunktionsstörungen.  
Die Sicherheit von  
Cmax: ↔  
Cmin: ↔  
Ritonavir:  
AUC: ↔  
Tenofovirdisoproxilfumarat  
bei Verabreichung mit  
Sofosbuvir/Velpatasvir und  
einem  
Cmax: ↔  
Cmin: ↔  
Emtricitabin:  
AUC: ↔  
pharmakokinetischen  
Booster (z.B. Ritonavir  
oder Cobicistat) wurde  
nicht bestätigt.  
Cmax: ↔  
Cmin: ↔  
Tenofovir:  
AUC: ↑ 39%  
Cmax: ↑ 55%  
Cmin: ↑ 52%  
Die Kombination sollte mit  
Vorsicht und unter häufiger  
Überwachung der  
Nierenfunktion  
angewendet werden (siehe  
«Warnhinweise und  
Vorsichtsmassnahmen»).  
Erhöhte  
Sofosbuvir/Velpatasvir  
Sofosbuvir:  
AUC: ↓ 29%  
Cmax: ↓ 41%  
(400 mg/100 mg q.d.) +  
Lopinavir/Ritonavir  
Plasmakonzentrationen  
von Tenofovir, bedingt  
durch eine gleichzeitige  
Verabreichung von  
2
(800 mg/200 mg q.d.) +  
Emtricitabin/Tenofovirdisoproxilfumarat  
(200 mg/300 mg q.d.)  
GS-331007 :  
AUC: ↔  
Cmax: ↔  
Tenofovirdisoproxilfumarat,  
Sofosbuvir/Velpatasvir und  
Lopinavir/Ritonavir können  
verstärkt zu mit  
Cmin: ↔  
Velpatasvir:  
AUC: ↔  
Cmax: ↓ 30%  
Cmin: ↑ 63%  
Lopinavir:  
AUC: ↔  
Tenofovirdisoproxilfumarat  
assoziierten  
unerwünschten Wirkungen  
führen, einschliesslich  
Nierenfunktionsstörungen.  
Cmax: ↔  
20 / 50  
1. Fachinformation für Humanarzneimittel  
Cmin: ↔  
Die Sicherheit von  
Ritonavir:  
AUC: ↔  
Cmax: ↔  
Tenofovirdisoproxilfumarat  
bei Verabreichung mit  
Sofosbuvir/Velpatasvir und  
einem  
Cmin: ↔  
Emtricitabin:  
AUC: ↔  
Cmax: ↔  
pharmakokinetischen  
Booster (z.B. Ritonavir  
oder Cobicistat) wurde  
nicht bestätigt.  
Cmin: ↔  
Tenofovir:  
AUC: ↔  
Cmax: ↑ 42%  
Cmin: ↔  
Die Kombination sollte mit  
Vorsicht und unter häufiger  
Überwachung der  
Nierenfunktion  
angewendet werden (siehe  
«Warnhinweise und  
Vorsichtsmassnahmen»).  
Eine Dosisanpassung wird  
nicht empfohlen. Höhere  
Tenofovir-Konzentrationen  
könnten  
Sofosbuvir/Velpatasvir  
(400 mg/100 mg q.d.) +  
Raltegravir  
Sofosbuvir:  
AUC: ↔  
Cmax: ↔  
2
(400 mg b.i.d) +  
GS-331007 :  
Emtricitabin/Tenofovirdisoproxilfumarat  
(200 mg/300 mg q.d.)  
AUC: ↔  
Tenofovirdisoproxilfumarat-  
assoziierte unerwünschte  
Wirkungen, darunter  
Nierenfunktionsstörungen,  
verstärken. Die  
Cmax: ↔  
Cmin: ↔  
Velpatasvir:  
AUC: ↔  
Cmax: ↔  
Nierenfunktion sollte  
engmaschig überwacht  
werden (siehe  
Cmin: ↔  
Raltegravir:  
AUC: ↔  
«Warnhinweise und  
Vorsichtsmassnahmen»).  
Cmax: ↔  
Cmin: ↓ 21%  
Emtricitabin:  
AUC: ↔  
Cmax: ↔  
Cmin: ↔  
Tenofovir:  
AUC: ↑ 40%  
21 / 50  
1. Fachinformation für Humanarzneimittel  
Cmax: ↑ 46%  
Cmin: ↑ 70%  
Sofosbuvir/Velpatasvir  
(400 mg/100 mg q.d.) +  
Sofosbuvir:  
Durch die gleichzeitige  
Anwendung von  
AUC: ↔  
Efavirenz/Emtricitabin/Tenofovirdisoproxilfumarat Cmax: ↑ 38%  
Sofosbuvir/Velpatasvir und  
Efavirenz wird erwartet,  
dass die  
2
(600 mg/200 mg/300 mg q.d.)  
GS-331007 :  
AUC: ↔  
Cmax: ↔  
Plasmakonzentrationen  
von Velpatasvir erniedrigt  
werden. Eine gleichzeitige  
Anwendung von  
Cmin: ↔  
Velpatasvir:  
AUC: ↓ 53%  
Cmax: ↓ 47%  
Cmin: ↓ 57%  
Efavirenz:  
AUC: ↔  
Sofosbuvir/Velpatasvir mit  
Efavirenz-haltigen  
Regimen wird nicht  
empfohlen.  
Cmax: ↔  
Cmin: ↔  
Emtricitabin:  
AUC: ↔  
Cmax: ↔  
Cmin: ↔  
Tenofovir:  
AUC: ↑ 81%  
Cmax: ↑ 77%  
Cmin: ↑ 121%  
Sofosbuvir:  
AUC: ↔  
Sofosbuvir/Velpatasvir  
(400 mg/100 mg q.d.) +  
Eine Dosisanpassung wird  
nicht empfohlen. Höhere  
Tenofovir-Konzentrationen  
könnten  
Emtricitabin/Rilpivirin/Tenofovirdisoproxilfumarat Cmax: ↔  
2
(200 mg/25 mg/300 mg q.d.)  
GS-331007 :  
AUC: ↔  
Tenofovirdisoproxilfumarat-  
assoziierte unerwünschte  
Wirkungen, darunter  
Nierenfunktionsstörungen,  
verstärken. Die  
Cmax: ↔  
Cmin: ↔  
Velpatasvir:  
AUC: ↔  
22 / 50  
1. Fachinformation für Humanarzneimittel  
Cmax: ↔  
Nierenfunktion sollte  
engmaschig überwacht  
werden (siehe  
Cmin: ↔  
Emtricitabin:  
AUC: ↔  
«Warnhinweise und  
Vorsichtsmassnahmen»).  
Cmax: ↔  
Cmin: ↔  
Rilpivirin:  
AUC: ↔  
Cmax: ↔  
Cmin: ↔  
Tenofovir:  
AUC: ↑ 40%  
Cmax: ↑ 44%  
Cmin: ↑ 84%  
Sofosbuvir:  
AUC: ↔  
Sofosbuvir/Velpatasvir/Voxilaprevir  
(400 mg/100 mg/100 mg+100 mg q.d.)3 +  
Darunavir (800 mg q.d.) + Ritonavir (100 mg  
q.d.) + Emtricitabin/Tenofovirdisoproxilfumarat  
(200 mg/300 mg q.d.)  
Eine Dosisanpassung wird  
nicht empfohlen. Höhere  
Tenofovir-Konzentrationen  
könnten  
Cmax: ↓ 30%  
Cmin: N/A  
2
GS-331007 :  
Tenofovirdisoproxilfumarat-  
assoziierte unerwünschte  
Wirkungen, darunter  
Nierenfunktionsstörungen,  
verstärken. Die  
AUC: ↔  
Cmax: ↔  
Cmin: N/A  
Velpatasvir:  
AUC: ↔  
Nierenfunktion sollte  
engmaschig überwacht  
werden (siehe  
Cmax: ↔  
Cmin: ↔  
Voxilaprevir:  
AUC: ↑ 143%  
Cmax: ↑ 72%  
Cmin: ↑ 300%  
Darunavir:  
AUC: ↔  
«Warnhinweise und  
Vorsichtsmassnahmen»).  
Cmax: ↔  
Cmin: ↓ 34%  
Ritonavir:  
AUC: ↑ 45%  
Cmax: ↑ 60%  
23 / 50  
1. Fachinformation für Humanarzneimittel  
Cmin: ↔  
Emtricitabin:  
AUC: ↔  
Cmax: ↔  
Cmin: ↔  
Tenofovir:  
AUC: ↑ 39%  
Cmax: ↑ 48%  
Cmin: ↑ 47%  
Sofosbuvir:  
AUC: ↔  
Sofosbuvir  
Es ist keine  
(400 mg q.d.) +  
Dosisanpassung  
erforderlich.  
Efavirenz/Emtricitabin/Tenofovirdisoproxilfumarat Cmax: ↓ 19%  
(600 mg/200 mg/300 mg q.d.)  
GS-3310072:  
AUC: ↔  
Cmax: ↓ 23%  
Efavirenz:  
AUC: ↔  
Cmax: ↔  
Cmin: ↔  
Emtricitabin:  
AUC: ↔  
Cmax: ↔  
Cmin: ↔  
Tenofovir:  
AUC: ↔  
Cmax: ↑ 25%  
Cmin: ↔  
1
Die Daten wurden bei gleichzeitiger Dosierung mit Ledipasvir/Sofosbuvir generiert. Zeitversetzte  
Anwendung (12 Stunden Abstand) ergab ähnliche Resultate.  
2 Zirkulierender Hauptmetabolit von Sofosbuvir.  
3 Studie mit zusätzlichen 100 mg Voxilaprevir durchgeführt, um Voxilaprevir-Expositionen zu erreichen,  
die bei HCV-infizierten Patienten erwartet werden.  
N/A = not applicable (nicht zutreffend).  
Weitere Interaktionen  
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1. Fachinformation für Humanarzneimittel  
Studien mit anderen Arzneimitteln: Die gleichzeitige Anwendung von Tenofovirdisoproxilfumarat mit  
Methadon, Ribavirin, Rifampicin, Tacrolimus oder dem hormonellen Verhütungsmittel  
Norgestimat/Ethinylestradiol führte zu keinen klinisch signifikanten pharmakokinetischen Interaktionen.  
Renal ausgeschiedene Arzneimittel: Da Tenofovir primär über die Nieren eliminiert wird, kann die  
gleichzeitige Anwendung von Viread und Arzneimitteln, die die Nierenfunktion beeinträchtigen oder die  
um die aktive tubuläre Sekretion über das Transportprotein hOAT 1, hOAT 3 oder MRP 4 (z.B.  
Cidofovir) konkurrieren, zu einer Erhöhung der Serumkonzentrationen von Tenofovir und/oder den  
gleichzeitig angewendeten Arzneimitteln führen. Auch die gleichzeitige Behandlung mit ACE-Hemmern  
und NSARs muss mit Vorsicht erfolgen.  
Da Tacrolimus die Nierenfunktion beeinträchtigen kann, sollte diese engmaschig überwacht werden,  
wenn Tacrolimus gleichzeitig mit Viread angewendet wird.  
Einfluss von Nahrung: Viread muss zusammen mit einer Mahlzeit eingenommen werden, weil die  
gleichzeitige Nahrungsaufnahme die Bioverfügbarkeit von Tenofovir erhöht (siehe «Pharmakokinetik»).  
Schwangerschaft, Stillzeit  
Schwangerschaft  
Umfassende Erfahrungen an schwangeren Frauen (mehr als 1000 Schwangerschaftsausgänge)  
deuten nicht auf ein Fehlbildungsrisiko oder eine fetale/neonatale Toxizität in Verbindung mit  
Tenofovirdisoproxilfumarat hin. Tierexperimentelle Studien ergaben keine Hinweise auf eine  
Reproduktionstoxizität (siehe «Präklinische Daten»).  
Falls notwendig kann daher eine Anwendung von Viread während der Schwangerschaft in Betracht  
gezogen werden.  
In der Fachliteratur wurde gezeigt, dass eine Exposition gegenüber Tenofovirdisoproxil im dritten  
Trimester der Schwangerschaft das Risiko einer HBV-Übertragung von der Mutter auf das Kind  
verringert, wenn Müttern Tenofovirdisoproxil verabreicht wird, zusätzlich zur Verabreichung von  
Hepatitis B-Immunglobulin und einer Hepatitis B-Impfung bei den Säuglingen.  
In drei kontrollierten klinischen Studien erhielten insgesamt 327 Schwangere mit chronischer HBV-  
Infektion ab der 28. bis 32. Schwangerschaftswoche durchgehend bis zu ein bis zwei Monate nach der  
Geburt einmal täglich Tenofovirdisoproxil (245 mg). Die Frauen und ihre Säuglinge wurden bis zu 12  
Monate nach der Entbindung weiter beobachtet. Diese Daten ergaben keine Warnsignale bezüglich  
der Sicherheit.  
Stillzeit  
Im Allgemeinen kann eine Mutter mit Hepatitis B ihren Säugling stillen, wenn für das Neugeborene bei  
der Geburt angemessene Massnahmen zur Hepatitis-B-Prävention ergriffen werden.  
Tenofovir geht in sehr geringen Mengen in die Muttermilch über und die Exposition von Säuglingen  
über die Muttermilch wird als vernachlässigbar angesehen. Obwohl Langzeitdaten nur begrenzt  
verfügbar sind, wurden keine Nebenwirkungen bei gestillten Säuglingen berichtet. HBV-infizierte  
Mütter, die Tenofovirdisoproxil anwenden, dürfen stillen.  
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1. Fachinformation für Humanarzneimittel  
Um eine Übertragung von HIV auf das Kind zu vermeiden, wird empfohlen, dass HIV-infizierte Frauen  
nicht stillen.  
Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen  
Es wurden keine Studien zu den Wirkungen auf die Fahrtüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen  
durchgeführt. Die Patienten sollten jedoch informiert werden, dass im Zusammenhang mit  
Tenofovirdisoproxilfumarat über Schwindelgefühle berichtet wurde.  
Unerwünschte Wirkungen  
HIV-1  
Die Beurteilung der unerwünschten Wirkungen in klinischen Studien basiert auf Erfahrungen aus zwei  
Studien (GS-98-902 und GS-99-907) mit 653 antiretroviral vorbehandelten Patienten, die 24 Wochen  
mit Tenofovirdisoproxilfumarat (n = 443) oder mit Placebo (n = 210) jeweils in Kombination mit  
anderen antiretroviralen Arzneimitteln behandelt wurden, sowie auf einer doppelblinden kontrollierten  
Vergleichsstudie mit 600 antiretroviral naiven Patienten, die 144 Wochen lang Tenofovirdisoproxil 245  
mg (als Fumarat) (n = 299) oder Stavudin (n = 301) in Kombination mit Lamivudin und Efavirenz  
erhielten.  
Bei etwa einem Drittel der Patienten sind nach einer Kombinationsbehandlung mit  
Tenofovirdisoproxilfumarat und anderen antiretroviralen Wirkstoffen unerwünschte Wirkungen zu  
erwarten. Bei diesen unerwünschten Wirkungen handelt es sich meist um leichte bis mittelschwere  
gastrointestinale Beschwerden.  
Die unerwünschten Wirkungen, die zumindest möglicherweise mit der Behandlung in Zusammenhang  
stehen, sind nach Organklassen und absoluter Häufigkeit gegliedert. Innerhalb jeder Häufigkeitsgruppe  
werden die unerwünschten Wirkungen nach abnehmendem Schweregrad angegeben. Die  
Häufigkeiten sind wie folgt definiert: sehr häufig (≥1/10), häufig (≥1/100, <1/10). Siehe auch  
«Unerwünschte Wirkungen nach Markteinführung».  
Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen  
Sehr häufig: Hypophosphatämie (12%)  
Erkrankungen des Nervensystems  
Sehr häufig: Schwindelgefühl (28%)  
Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts  
Sehr häufig: Diarrhö (22%), Erbrechen (12%), Übelkeit (20%)  
Häufig: Flatulenz  
Ungefähr 1% der mit Tenofovirdisoproxilfumarat behandelten Patienten beendete die Behandlung  
aufgrund von Magen-Darm-Beschwerden.  
In der Studie GS-99-907 (therapieerfahrene Patienten, Tenofovir add-on Design zu 3er-Basis-  
Kombination) wurden 4 Fälle von Pankreatitis unter Tenofovir und kein Fall einer Pankreatitis unter  
Placebo beobachtet. Es wurde nur bei 15-17,6% der Patienten eine laborchemische Bestimmung der  
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1. Fachinformation für Humanarzneimittel  
Lipase durchgeführt. Bei den Patienten mit Lipasebestimmung wurde in 27% der Fälle eine Grad 3  
Erhöhung der Lipase (Placebo 16%) und in 9% der Fälle eine Grad 4 Erhöhung der Lipase (Placebo  
3%) festgestellt.  
Hepatitis B  
Die Beurteilung der unerwünschten Wirkungen in klinischen Studien basiert vorwiegend auf  
Erfahrungen aus zwei doppelblinden kontrollierten Vergleichsstudien (GS-US-174-0102 und GS-US-  
174-0103) mit 641 Patienten mit chronischer Hepatitis B und kompensierter Lebererkrankung, die 48  
Wochen einmal täglich mit Tenofovirdisoproxil 245 mg (als Fumarat) (n = 426) oder mit Adefovirdipivoxil  
10 mg (n = 215) behandelt wurden. Die unerwünschten Wirkungen, die während der Weiterbehandlung  
über 384 Wochen beobachtet wurden, waren konsistent mit dem Sicherheitsprofil von  
Tenofovirdisoproxilfumarat. Im Anschluss an einen anfänglichen Rückgang um ungefähr -4,9 ml/min  
(nach der Cockcroft-Gault-Formel) bzw. -3,9 ml/min/1,73 m2 (nach der MDRD-Formel [modification of  
diet in renal disease]) nach den ersten 4 Behandlungswochen betrug die Rate der jährlichen  
Verschlechterung  
der  
Nierenfunktion  
nach  
Studienbeginn  
bei  
Patienten  
unter  
Tenofovirdisoproxilfumarat -1,41 ml/min pro Jahr (nach der Cockcroft-Gault-Formel) bzw. -0,74  
ml/min/1,73 m2 pro Jahr (nach der MDRD-Formel).  
Die unerwünschten Wirkungen, die zumindest möglicherweise mit der Behandlung in Zusammenhang  
stehen, sind nach Organklassen und Häufigkeit gegliedert. Die Häufigkeiten sind wie folgt definiert:  
häufig (≥1/100, <1/10). Siehe auch «Unerwꢀnschte Wirkungen nach Markteinfꢀhrung».  
Erkrankungen des Nervensystems  
Häufig: Kopfschmerzen  
Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts  
Häufig: Diarrhö, Erbrechen, Bauchschmerzen, Übelkeit, Bauchaufblähung, Flatulenz  
Leber- und Gallenerkrankungen  
Häufig: erhöhte Serum-Alanin-Aminotransferase (ALT)-Werte  
Allgemeine Erkrankungen  
Häufig: Ermüdung  
Exazerbationen während der Behandlung: In Studien an Nukleosid-naiven Patienten kam es während  
der Behandlung bei 2,6% der Tenofovirdisoproxilfumarat-behandelten versus 1,9% der  
Adefovirdipivoxil-behandelten Patienten zu einem >10-fachen Anstieg der ALT-Werte gegenüber dem  
oberen Normalwert mit einem >2-fachen Anstieg gegenüber dem Ausgangswert. Bei  
Tenofovirdisoproxilfumarat-behandelten Patienten trat der Anstieg der ALT-Werte im Median nach 8  
Wochen auf und bildete sich bei fortgesetzter Therapie zurück. Bei der Mehrzahl der Fälle war der  
Anstieg der ALT-Werte mit einer Verringerung der Viruslast um ≥2 log10 Kopien/ml assoziiert, die vor  
dem Anstieg der ALT-Werte oder gleichzeitig mit diesem auftrat. Während der Behandlung sollte die  
Leberfunktion regelmässig überwacht werden.  
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1. Fachinformation für Humanarzneimittel  
Patienten mit dekompensierter Lebererkrankung: Das Sicherheitsprofil von Tenofovirdisoproxilfumarat  
bei Patienten mit dekompensierter Lebererkrankung wurde in einer aktiv kontrollierten  
Doppelblindstudie (GS-US-174-0108) beurteilt, in der die Patienten über 48 Wochen  
Tenofovirdisoproxilfumarat (n = 45) oder Emtricitabin plus Tenofovirdisoproxilfumarat (n = 45) oder  
Entecavir (n = 22) erhielten.  
Im Behandlungsarm mit Tenofovirdisoproxilfumarat brachen 7% der Patienten die Behandlung  
aufgrund eines unerwünschten Ereignisses ab; bei 9% der Patienten kam es bis Woche 48 zu einem  
bestätigten Anstieg des Serumkreatinins um ≥0,5 mg/dl oder zu einem bestätigten  
Serumphosphatspiegel <2 mg/dl; es gab keine statistisch signifikanten Unterschiede zwischen den  
kombinierten Tenofovir-Gruppen und der Entecavir-Gruppe. Patienten mit einem hohen Child-Pugh-  
Turcotte-Score zu Studienbeginn hatten ein höheres Risiko für das Auftreten schwerer unerwünschter  
Ereignisse (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).  
Bei 3 Patienten in der Tenofovirdisoproxilfumarat-Gruppe wurde ein hepatozelluläres Karzinom  
diagnostiziert und 2 Patienten dieser Gruppe starben während der Studie.  
Unerwünschte Wirkungen nach Markteinführung  
Zusätzlich zu den Berichten über unerwünschte Wirkungen aus klinischen Studien wurden auch die  
folgenden möglichen unerwünschten Wirkungen im Rahmen der Post-Marketing-Überwachung der  
Sicherheit von Tenofovirdisoproxilfumarat beobachtet. Die Häufigkeiten sind wie folgt definiert: selten  
(≥1/10'000, <1/1000), sehr selten (<1/10'000), einschliesslich gemeldeter Einzelfälle. Da es sich bei  
diesen unerwünschten Wirkungen um Spontanberichte aus einer unbekannten Populationsgrösse  
handelt, ist eine Häufigkeitsangabe nicht immer möglich.  
Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems  
Nicht bekannt: Anämie, Neutropenie, Panzytopenie, Thrombozytopenie  
Erkrankungen des Immunsystems  
Nicht bekannt: allergische Reaktion (einschliesslich Angioödem)  
Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen  
Selten: Laktatazidose  
Nicht bekannt: Hypokaliämie  
Erkrankungen des Nervensystems  
Nicht bekannt: periphere Neuropathien  
Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums  
Sehr selten: Dyspnoe  
Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts  
Selten: Pankreatitis  
Nicht bekannt: erhöhte Amylase  
Leber- und Gallenerkrankungen  
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1. Fachinformation für Humanarzneimittel  
Selten: erhöhte Transaminasen einschliesslich Serum-Aspartat-Aminotransferase (AST), Serum-  
Alanin-Aminotransferase (ALT) und gamma-Glutamyltransferase (gamma-GT)  
Sehr selten: Hepatitis  
Nicht bekannt: Hepatosteatose, Leberversagen  
Erkrankungen der Haut und des Unterhautgewebes  
Selten: Exanthem  
Nicht bekannt: Stevens-Johnson-Syndrom  
Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen  
Häufig: Abnahme der Knochenmineraldichte*  
Nicht bekannt: Rhabdomyolyse, Osteomalazie (manifestiert als Knochenschmerzen und selten  
Mitursache bei Frakturen), Muskelschwäche, Myopathie  
* Die Häufigkeit dieser Nebenwirkung wurde auf der Grundlage von Sicherheitsdaten aus  
verschiedenen klinischen Studien mit Tenofovirdisoproxil bei HBV-infizierten Patienten geschätzt.  
Siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen».  
Generalisierte motorische Schwäche: Sehr selten wurde unter der Behandlung mit Nukleosid-Analoga  
eine generalisierte motorische Schwäche beobachtet, welche klinisch einem Krankheitsbild wie dem  
Guillain-Barré-Syndrom ähnelte. Eine solche motorische Schwäche kann mit und ohne  
Hyperlaktatämie einschliesslich respiratorischer Insuffizienz auftreten (siehe auch «Warnhinweise und  
Vorsichtsmassnahmen»).  
Osteonekrose: Fälle von Osteonekrose wurden insbesondere bei HIV-infizierten Patienten mit  
allgemein bekannten Risikofaktoren, fortgeschrittener HIV-Erkrankung oder Langzeitanwendung einer  
ART berichtet. Die Häufigkeit des Auftretens ist unbekannt (siehe «Warnhinweise und  
Vorsichtsmassnahmen»).  
Erkrankungen der Nieren und Harnwege  
Selten: akutes Nierenversagen, Nierenversagen, proximale renale Tubulopathie (einschliesslich  
Fanconi-Syndrom), erhöhtes Kreatinin  
Sehr selten: akute Tubulusnekrose  
Nicht bekannt: Nephritis (einschliesslich akuter interstitieller Nephritis), nephrogener Diabetes  
insipidus, Niereninsuffizienz, Proteinurie, Polyurie  
Allgemeine Erkrankungen  
Sehr selten: Asthenie  
Beschreibung ausgewählter Nebenwirkungen  
Immun-Reaktivierungs-Syndrom: Bei HIV-infizierten Patienten mit schwerem Immundefekt kann sich  
zum Zeitpunkt der Einleitung einer ART eine entzündliche Reaktion auf asymptomatische oder  
residuale  
opportunistische  
Infektionen  
entwickeln.  
Es  
liegen  
auch  
Berichte  
über  
Autoimmunerkrankungen (wie z.B. Morbus Basedow und Autoimmunhepatitis) vor; allerdings ist der  
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1. Fachinformation für Humanarzneimittel  
Zeitpunkt des Auftretens sehr variabel und diese Ereignisse können viele Monate nach Beginn der  
Behandlung auftreten (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).  
Metabolische Parameter: Während einer antiretroviralen Therapie können eine Gewichtszunahme und  
ein Anstieg der Blutlipid- und Blutglucosewerte auftreten. (siehe «Warnhinweise und  
Vorsichtsmassnahmen»).  
Exazerbation der Hepatitis nach Absetzen der Behandlung: Bei HBV-infizierten Patienten traten nach  
Absetzen der HBV-Behandlung klinische und laborchemische Hinweise von Exazerbationen der  
Hepatitis auf (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).  
Proximale renale Tubulopathie: Folgende unerwünschte Wirkungen, die oben unter den  
Organsystemen aufgelistet sind, können als Folge einer proximalen renalen Tubulopathie auftreten:  
Rhabdomyolyse, Osteomalazie (manifestiert sich als Knochenschmerzen und selten als Mitursache bei  
Frakturen), Hypokaliämie, Muskelschwäche, Myopathie und Hypophosphatämie. Liegt keine proximale  
renale Tubulopathie vor, wird die Therapie mit Tenofovirdisoproxilfumarat nicht als Ursache dieser  
Ereignisse betrachtet. In der Regel klang eine proximale renale Tubulopathie nach dem Absetzen von  
Tenofovirdisoproxilfumarat ab oder verbesserte sich. Allerdings verbesserte sich bei einigen Patienten  
trotz des Absetzens von Tenofovirdisoproxilfumarat die verringerte Kreatinin-Clearance nicht wieder  
vollständig. Bei Patienten mit einem Risiko für eine Nierenfunktionsstörung (beispielsweise Patienten  
mit schon bestehenden Risikofaktoren für eine Nierenfunktionsstörung, fortgeschrittener HIV-  
Erkrankung oder Patienten, die gleichzeitig nephrotoxische Arzneimittel erhalten) besteht ein erhöhtes  
Risiko, dass es bei ihnen trotz des Absetzens von Tenofovirdisoproxilfumarat zu einer unvollständigen  
Erholung der Nierenfunktion kommt (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).  
Laktatazidose: Fälle von Laktatazidose wurden bei der Einnahme von Tenofovirdisoproxilfumarat allein  
oder in Kombination mit anderen antiretroviralen Arzneimitteln berichtet. Patienten mit  
prädisponierenden Faktoren wie einer dekompensierten Lebererkrankung oder Patienten, die  
Begleitmedikamente erhalten, von denen bekannt ist, dass sie eine Laktatazidose auslösen, haben ein  
erhöhtes Risiko, während der Tenofovirdisoproxilfumaratbehandlung eine schwere Laktatazidose zu  
bekommen, einschliesslich tödlicher Verläufe.  
Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von grosser Wichtigkeit. Sie  
ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.  
Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdacht einer neuen oder  
schwerwiegenden Nebenwirkung über das Online-Portal ElViS (Electronic Vigilance System)  
Überdosierung  
Bei einer Überdosierung ist der Patient auf Anzeichen einer Toxizität (siehe «Unerwünschte  
Wirkungen») zu beobachten und falls erforderlich, müssen entsprechende unterstützende  
Standardtherapiemassnahmen eingeleitet werden.  
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1. Fachinformation für Humanarzneimittel  
Tenofovir kann durch Hämodialyse eliminiert werden. Der Medianwert der Hämodialyse-Clearance-  
Rate beträgt 134 ml/min. Es ist nicht bekannt, ob Tenofovir durch Peritonealdialyse eliminiert werden  
kann.  
Eigenschaften/Wirkungen  
ATC-Code  
J05AF07  
Wirkungsmechanismus  
Tenofovirdisoproxilfumarat ist das Fumaratsalz des Prodrug Tenofovirdisoproxil. Tenofovirdisoproxil  
wird resorbiert und in den wirksamen Bestandteil Tenofovir, ein Nukleosidmonophosphat-(Nukleotid-)  
Analogon von Adenosinmonophosphat, umgewandelt. Tenofovir wird dann durch konstitutiv  
exprimierte zelluläre Enzyme über zwei Phosphorylierungsreaktionen in den aktiven Metaboliten  
Tenofovir-Diphosphat, einen obligaten Kettenterminator, umgewandelt. Tenofovir-Diphosphat hat eine  
intrazelluläre Halbwertzeit von 10 Stunden in aktivierten Zellen und von 50 Stunden in mononukleären  
Zellen des peripheren Blutes (peripheral blood mononuclear cells, PBMCs). Tenofovir-Diphosphat  
hemmt die HIV-1-Reverse Transkriptase und die HBV-Polymerase durch direkte Bindungskonkurrenz  
mit dem natürlichen Desoxyribonukleotid-Substrat und, nach Einbau in die DNA, durch DNA-  
Kettenabbruch. Tenofovir ist ein schwacher Hemmer der Säugetier-DNA-Polymerase α, β und  
mitochondrialer DNA-Polymerase γ. Bei Konzentrationen bis zu 300 μmol/l hat Tenofovir auch keinen  
Effekt auf die Synthese von mitochondrialer DNA oder die Produktion von Milchsäure in In-vitro-  
Versuchen gezeigt.  
Die kinetischen Hemmkonstanten (Ki) liegen mehr als 200-fach höher für die humane DNA-Polymerase  
α (5,2 μmol/l) und mehr als 3000-fach höher für die humanen DNA-Polymerasen β und γ (81,7 bzw.  
59,5 μmol/l) im Vergleich zur kinetischen Hemmkonzentration gegen die HIV-1-Reverse Transkriptase  
(0,02 μmol/l).  
Pharmakodynamik  
HIV-Daten  
Antivirale Aktivität gegen HIV in vitro  
Die 50%ige Hemmkonzentration (IC50) von Tenofovir für den HIV-1IIIB-Laborstamm vom Wildtyp beträgt  
in lymphatischen Zell-Linien 1-6 μmol/l und für primäre HIV-1-Isolate vom Subtyp B in PBMCs 1,1  
μmol/l. Tenofovir ist auch aktiv gegen die HIV-1-Subtypen A, C, D, E, F, G und O sowie gegen HIVBaL  
in primären Monozyten/Makrophagen. In vitro wirkt Tenofovir gegen HIV-2 mit einer IC50 von 4,9 μmol/l  
in MT-4-Zellen.  
Resistenz  
Die Wirksamkeit von Tenofovir gegen rekombinantes HIV-1 mit Didanosin-Resistenz-(L74V)-,  
Zalcitabin-Resistenz-(T69D)- und Multinukleosid-Resistenzmutationen (Q151M-Komplex) bewegt sich  
innerhalb des Zweifachen der Wildtyp-IC50. Die Aktivität von Tenofovir gegen HIV-1-Stämme mit  
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1. Fachinformation für Humanarzneimittel  
Zidovudin-assoziierten Mutationen scheint von Typ und Anzahl dieser Resistenzmutationen abhängig  
zu sein. Bei Auftreten der Mutation T215Y wurde ein zweifacher Anstieg der IC50 beobachtet. Bei 10  
Proben mit multiplen Zidovudin-assoziierten Mutationen (Mittel 3,4) wurde im Mittel eine 3,7-fache  
Erhöhung der IC50 beobachtet (Bereich 0,8 bis 8,4).  
Multinukleosid-resistente HIV-1-Viren mit T69S-Doppelinsertionen weisen eine geringere  
Empfindlichkeit gegenüber Tenofovir auf (IC50 >10-fach). Tenofovir zeigt volle Aktivität gegen HIV-1-  
Viren mit K103N- oder Y181C-Mutationen, die gegen nicht-nukleosidische Reverse-Transkriptase-  
Inhibitoren resistent sind. Eine Kreuzresistenz mit Proteaseinhibitor-Resistenzmutationen ist nicht zu  
erwarten, da der Zielort unterschiedliche virale Enzyme sind.  
In vitro und bei einigen Patienten (siehe «Klinische Wirksamkeit») wurden HIV-1-Stämme mit einer um  
das Drei- bis Vierfacheverringerten Empfindlichkeit gegenüber Tenofovir und einer K65R-Mutation der  
Reversen Transkriptase selektiert. Die K65R-Mutation kann auch durch Abacavir oder Didanosin  
selektiert werden und vermindert die Empfindlichkeit gegenüber diesen Wirkstoffen sowie gegenüber  
Lamivudin, Emtricitabin und Tenofovir. Die Anwendung von Viread bei Patienten, deren HIV-1 eine  
K65R-Mutation zeigt, ist zu vermeiden. Ausserdem wurde durch Tenofovir eine K70E-Substitution in  
der HIV-1-Reversen Transkriptase selektiert, was zu einer geringfgig verringerten Empfindlichkeit  
gegenber Tenofovir fhrt.  
Patienten, bei denen HIV-1 drei oder mehr Thymidin-Analoga-assoziierte Mutationen (TAMs)  
einschliesslich einer M41L- oder einer L210W-Mutation an der Reversen Transkriptase aufwies, zeigten  
eine reduzierte Empfindlichkeit gegenüber Tenofovirdisoproxilfumarat.  
HBV-Daten  
Antivirale Aktivität gegen HBV in vitro  
Die antivirale In-vitro-Aktivität von Tenofovir gegen HBV wurde mit Hilfe der Zelllinie HepG2 2.2.15  
untersucht. Die EC50-Werte für Tenofovir lagen im Bereich von 0,14 bis 1,5 μmol/l, bei CC50-Werten  
(50% zytotoxische Konzentration) von >100 μmol/l.  
Resistenz  
Es wurden keine Mutationen identifiziert, die mit Tenofovirdisoproxilfumarat-Resistenzen assoziiert sind  
(siehe «Klinische Wirksamkeit»). Bei Untersuchungen auf zellulärer Basis zeigten HBV-Stämme, die  
die Mutationen rtV173L, rtL180M und rtM204I/V aufwiesen, welche mit Lamivudin- und Telbivudin-  
Resistenzen assoziiert sind, eine Empfindlichkeit gegenüber Tenofovir, die dem 0,7- bis 3,4-fachen des  
Wertes des Wildtyp-Virus entsprach. HBV-Stämme, die die Mutationen rtL180M, rtT184G, rtS202G/I,  
rtM204V und rtM250V exprimierten, welche mit Entecavir-Resistenzen assoziiert sind, zeigten eine  
Empfindlichkeit gegenüber Tenofovir, die dem 0,6- bis 6,9-fachen des Wertes des Wildtyp-Virus  
entsprach. HBV-Stämme, die die Adefovir-assoziierten Resistenzmutationen rtA181V und rtN236T  
aufwiesen, zeigten eine Empfindlichkeit gegenüber Tenofovir, die dem 2,9- bis 10-fachen des Wertes  
des Wildtyp-Virus entsprach. Viren mit der Mutation rtA181T blieben gegenüber Tenofovir empfindlich  
mit EC50-Werten, die beim 1,5- fachen des Wertes des Wildtyp-Virus lagen.  
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1. Fachinformation für Humanarzneimittel  
Klinische Wirksamkeit  
HIV-Daten  
Die Wirkung von Tenofovirdisoproxilfumarat bei antiretroviral vorbehandelten und naiven HIV-1-  
infizierten Erwachsenen wurde in Studien über einen Zeitraum von 48 Wochen (vorbehandelte  
Patienten) bzw. 144 Wochen (nicht vorbehandelte Patienten) nachgewiesen.  
GS-99-907: In Studie GS-99-907 wurden 550 antiretroviral vorbehandelte Patienten während 24  
Wochen mit Placebo oder mit Tenofovirdisoproxil 245 mg (als Fumarat) behandelt. Bei Studienbeginn  
betrug die mittlere CD4-Zahl 427 Zellen/mm3, die mittlere Plasma-HIV-1-RNA 3,4 log10 Kopien/ml  
(wobei 78% der Patienten eine Viruslast von <5000 Kopien/ml hatten) und die mittlere Dauer der  
vorherigen HIV-Behandlung 5,4 Jahre. Patienten mit >10'000 HIV-RNA Kopien/ml wurden von der  
Studie ausgeschlossen. Deshalb ist der Nutzen von Tenofovirdisoproxilfumarat bei antiretroviral  
erfahrenen Patienten mit mehr als 10'000 HIV-RNA Kopien/ml zur Zeit unbekannt.  
Die Genotypisierung der HIV-Isolate, die bei Studienbeginn an 253 Patienten durchgeführt wurde,  
ergab für 94% der Patienten HIV-1-Resistenzmutationen, die mit nukleosidischen Reverse-  
Transkriptase-Inhibitoren assoziiert sind, 58% der Patienten hatten Proteaseinhibitor-assoziierte  
Mutationen und 48% Mutationen im Zusammenhang mit nicht-nukleosidischen Reverse-Transkriptase-  
Inhibitoren.  
In Woche 24 betrugen die zeitlich gewichteten Durchschnittswerte für die Veränderungen gegenüber  
dem Ausgangswert, gemessen in log10 (DAVG24) für die HIV-1-RNA-Plasmaspiegel, -0,03 log10  
Kopien/ml bei der Placebogruppe und -0,61 log10 Kopien/ml bei der Gruppe mit Tenofovirdisoproxil 245  
mg (als Fumarat) (p <0,0001). Die virologische Antwort war drastisch reduziert bei Patienten, die HIV-  
Virenstämme mit 10-facher phänotypischer Zidovudin-Resistenz aufwiesen. Eine statistisch  
signifikante Differenz zugunsten von Tenofovirdisoproxil 245 mg (als Fumarat) wurde in den zeitlich  
gewichteten Durchschnittswerten für die Veränderungen gegenüber dem Ausgangswert in der Woche  
24 (DAVG24) im Hinblick auf den CD4-Wert beobachtet (+13 Zellen/mm3 bei Tenofovirdisoproxil 245  
mg (als Fumarat) versus -11 Zellen/mm3 bei Placebo; p-Wert = 0,0008).  
In Woche 24 wiesen 45% der mit Tenofovirdisoproxilfumarat behandelten Patienten eine nicht  
nachweisbare Viruslast (<400 Kopien/ml) versus 13% bei den Placebo-behandelten Patienten auf (p-  
Wert <0,0001). Die antivirale Wirkung von Tenofovirdisoproxilfumarat hielt während 48 Wochen an  
(DAVG48 betrug -0,57 log10 Kopien/ml). Der Anteil der Patienten mit HIV-1-RNA unter 400 bzw. 50  
Kopien/ml betrug 41% bzw. 18%. Acht (2%) der mit Tenofovirdisoproxil 245 mg (als Fumarat)  
behandelten Patienten entwickelten eine K65R-Mutation innerhalb der ersten 48 Wochen.  
GS-99-903: In der aktiv kontrollierten Doppelblindstudie GS-99-903 über 144 Wochen wurde die  
Wirksamkeit und Sicherheit von Tenofovirdisoproxil 245 mg (als Fumarat) versus Stavudin, jeweils in  
Kombination mit Lamivudin und Efavirenz, bei antiretroviral naiven HIV-1-infizierten Patienten  
untersucht. Bei Studienbeginn betrug die mittlere CD4-Zahl 279 Zellen/mm3, die mittlere Plasma-HIV-  
1-RNA 4,91 log10 Kopien/ml; 19% der Patienten hatten eine symptomatische HIV-1-Infektion und 18%  
33 / 50  
1. Fachinformation für Humanarzneimittel  
hatten AIDS. Die Patienten wurden zu Beginn der Studie nach HIV-1-RNA und CD4-Zahl stratifiziert.  
Zu Studienbeginn hatten 43% der Patienten eine Viruslast von >100'000 Kopien/ml, und 39% wiesen  
CD4-Zellzahlen von <200 Zellen/ml auf.  
In der Intent-To-Treat-Analyse (fehlende Patientendaten und ein Wechsel der antiretroviralen Therapie  
(ART) wurden als Versagen eingestuft) wiesen nach 48 Behandlungswochen in der mit  
Tenofovirdisoproxil 245 mg (als Fumarat) behandelten Gruppe 80% der Patienten eine HIV-1-RNA von  
<400 Kopien/ml und 76% der Patienten eine HIV-1-RNA von <50 Kopien/ml auf, verglichen mit 84%  
und 80% in der Stavudin-Gruppe. In Woche 144 wiesen in der mit Tenofovirdisoproxil 245 mg (als  
Fumarat) behandelten Gruppe 71% der Patienten eine HIV-1-RNA von <400 Kopien/ml und 68% der  
Patienten eine HIV-1-RNA von <50 Kopien/ml auf, verglichen mit 64% und 63% in der Stavudin-Gruppe.  
Nach 48 Behandlungswochen war die durchschnittliche Veränderung gegenüber dem Ausgangswert  
für HIV-1-RNA und CD4-Zahl bei beiden Behandlungsgruppen vergleichbar (-3,09 log10 Kopien/ml und  
+169 Zellen/mm3 in der Gruppe mit Tenofovirdisoproxil 245 mg (als Fumarat) gegenüber -3,09 log10  
Kopien/ml und +167 Zellen/mm3 in der Stavudin-Gruppe). Nach 144 Behandlungswochen blieb die  
durchschnittliche Veränderung gegenüber dem Ausgangswert in beiden Behandlungsgruppen  
vergleichbar (-3,07 log10 Kopien/ml und +263 Zellen/mm3 in der Gruppe mit Tenofovirdisoproxil 245 mg  
(als Fumarat) gegenüber -3,03 log10 Kopien/ml und +283 Zellen/mm3 in der Stavudin-Gruppe). Das  
dauerhafte Ansprechen auf die Behandlung mit Tenofovirdisoproxil 245 mg (als Fumarat) war  
unabhängig von den HIV-1-RNA-Werten und der CD4-Zahl bei Studienbeginn.  
Die K65R-Mutation trat bei Patienten der Tenofovirdisoproxilfumarat-Gruppe geringfügig häufiger auf  
als in der Kontrollgruppe (2,7% vs. 0,7%). Eine Efavirenz- oder Lamivudin-Resistenz trat entweder  
bereits vor oder gleichzeitig mit der Entwicklung der K65R-Mutation auf. Acht Patienten in der mit  
Tenofovirdisoproxil 245 mg (als Fumarat) behandelten Gruppe wiesen HIV mit der K65R-Mutation auf.  
Sieben dieser Mutationen traten innerhalb der ersten 48 Behandlungswochen auf und die letzte in  
Woche 96. Bis zu Woche 144 wurde keine weitere Entwicklung von K65R beobachtet. Ein Patient in  
der mit Tenofovirdisoproxil (als Fumarat) behandelten Gruppe entwickelte die K70E-Substitution im  
Virus. Sowohl genotypische als auch phänotypische Analysen ergaben keine Hinweise auf andere  
Entstehungswege der Resistenzen gegenüber Tenofovir.  
GS-01-934: In der offenen, randomisierten klinischen Studie (GS-01-934) erhielten antiretroviral naive  
HIV-1-infizierte Patienten entweder einmal täglich eine Therapie mit Emtricitabin,  
Tenofovirdisoproxilfumarat und Efavirenz (n = 255) oder zweimal täglich eine Fixkombination aus  
Lamivudin und Zidovudin (Combivir) plus einmal täglich Efavirenz (n = 254). Die Patienten der  
Emtricitabin/Tenofovirdisoproxilfumarat-Behandlungsgruppe erhielten von Woche 96 bis Woche 144  
Truvada und Efavirenz. Beide randomisierten Behandlungsgruppen zeigten zu Beginn ähnliche  
mediane HIV-1-RNA-Plasmakonzentrationen (5,02 und 5,00 log10 Kopien/ml) sowie CD4-Zellzahlen  
(233 und 241 Zellen/mm3). Der primäre Endpunkt für die Wirksamkeit in dieser Studie war das  
Erreichen und Beibehalten einer bestätigten HIV-1-RNA-Konzentration von <400 Kopien/ml über 48  
34 / 50  
1. Fachinformation für Humanarzneimittel  
Wochen. Die sekundäre Analyse der Wirksamkeit über 144 Wochen schloss den Anteil an Patienten  
mit HIV-1-RNA-Konzentrationen <400 oder <50 Kopien/ml und Veränderungen des Ausgangswertes  
der CD4-Zellzahl mit ein.  
Die 48-Wochen-Daten zum primären Endpunkt zeigten, dass die Kombination aus Emtricitabin,  
Tenofovirdisoproxilfumarat und Efavirenz eine überlegene antivirale Wirksamkeit im Vergleich zur  
Fixkombination Lamivudin und Zidovudin (Combivir) und Efavirenz aufwies (siehe Tabelle 2). Die Daten  
zu den sekundären Endpunkten nach 144 Wochen sind auch in Tabelle 2 dargestellt.  
Tabelle 2: Daten zur Wirksamkeit nach 48 und 144 Wochen aus der Studie GS-01-934, in der  
Emtricitabin, Tenofovirdisoproxilfumarat und Efavirenz bei antiretroviral naiven Patienten mit HIV-1-  
Infektion angewendet wurde  
GS-01-934  
GS-01-934  
Behandlungsdauer 48 Wochen  
Behandlungsdauer 144 Wochen  
Emtricitabin/  
Lamivudin/  
Emtricitabin/  
Zidovudin/Efavirenz Tenofovirdisoproxil-  
fumarat/Efavirenz*  
Lamivudin/  
Tenofovirdisoproxil-  
fumarat/Efavirenz  
84% (206/244)  
Zidovudin/Efavirenz  
HIV-1-RNA  
<400  
73% (177/243)  
71% (161/227)  
58% (133/229)  
Kopien/ml  
(TLOVR)  
p-Wert  
0,002**  
0,004**  
% Unter-  
schied (95%-  
KI)  
11% (4% bis 19%)  
13% (4% bis 22%)  
HIV-1-RNA  
<50  
80% (194/244)  
70% (171/243)  
64% (146/227)  
56% (130/231)  
Kopien/ml  
(TLOVR)  
p-Wert  
0,021**  
0,082**  
% Unter-  
schied (95%-  
KI)  
9% (2% bis 17%)  
8% (-1% bis 17%)  
35 / 50  
1. Fachinformation für Humanarzneimittel  
Mittlere Än-  
derung der  
CD4-Zellzahl  
im Vergleich  
zum Aus-  
+190  
+158  
+312  
+271  
gangswert  
(Zellen/mm3)  
p-Wert  
0,002a  
0,089a  
Unterschied  
(95%-KI)  
32 (9 bis 55)  
41 (4 bis 79)  
* Patienten, die mit Emtricitabin, Tenofovirdisoproxilfumarat und Efavirenz und von Woche 96 bis  
Woche 144 mit Truvada und Efavirenz behandelt worden waren  
** Der p-Wert basiert auf dem Cochran-Mantel-Haenszel Test stratifiziert nach der ursprünglichen CD4-  
Zellzahl  
TLOVR=Time to Loss Of Virologic Response (Zeit bis zum Verlust der virologischen Wirksamkeit)  
a Van Elteren Test  
Bei allen Patienten mit einem bestätigten HIV-RNA-Wert >400 Kopien/ml in Woche 48, 96 oder 144  
oder bei vorzeitigem Studienabbruch wurde eine Genotypisierung der Plasma-HIV-1-Isolate  
durchgeführt. Die Ergebnisse in Woche 144:  
Die M184V/I-Mutation wurde bei 2 von 19 (10,5%) analysierten Virusisolaten von Patienten aus  
der mit Emtricitabin/Tenofovirdisoproxilfumarat/Efavirenz behandelten Gruppe und bei 10 von 29  
(34,5%) analysierten Virusisolaten aus der mit Lamivudin/Zidovudin/Efavirenz behandelten Gruppe  
nachgewiesen (p-Wert <0,05, Exakter Test nach Fisher zum Vergleich aller Patienten der  
Emtricitabin/Tenofovirdisoproxilfumarat-Gruppe mit denen der Lamivudin/Zidovudin-Gruppe).  
Keines der untersuchten Viren zeigte die K65R-Mutation.  
Eine genotypische Resistenz gegenüber Efavirenz, hauptsächlich die K103N-Mutation,  
entwickelte  
sich  
bei  
Viren  
von  
13  
von  
19  
(68%)  
Patienten  
der  
Emtricitabin/Tenofovirdisoproxilfumarat/Efavirenz-Gruppe und bei Viren von 21 von 29 (72%)  
Patienten der Vergleichsgruppe.  
HBV-Daten  
Der Nachweis des Nutzens von Tenofovirdisoproxilfumarat bei kompensierter und dekompensierter  
Erkrankung basiert auf dem virologischen, biochemischen und serologischen Ansprechen bei  
Erwachsenen mit HBeAg-positiver und HBeAg-negativer chronischer Hepatitis B. Unter den  
behandelten Patienten waren nicht vorbehandelte Patienten, mit Lamivudin oder mit Adefovirdipivoxil  
vorbehandelte Patienten sowie Patienten, die bei Studienbeginn Resistenzmutationen gegen  
36 / 50  
1. Fachinformation für Humanarzneimittel  
Lamivudin und/oder Adefovirdipivoxil aufwiesen. Ein Nutzen wurde auch anhand des histologischen  
Ansprechens bei kompensierten Patienten gezeigt.  
Erfahrungswerte bei Patienten mit kompensierter Lebererkrankung nach 48 Wochen (Studien GS-US-  
174-0102 und GS-US-174-0103): Die 48Wochen-Daten von zwei randomisierten doppelblinden  
Phase-III-Studien, in denen Tenofovirdisoproxilfumarat mit Adefovirdipivoxil bei Patienten mit  
kompensierter Lebererkrankung verglichen wurde, sind in Tabelle 3 gezeigt. In Studie GS-US-174-  
0103 wurden 266 randomisierte HBeAg-positive Patienten behandelt, während in Studie GS-US-174-  
0102 375 HBeAg-negative und HBeAk-positive randomisierte Patienten behandelt wurden.  
In beiden Studien war Tenofovirdisoproxilfumarat bezüglich des primären Endpunkts zur Wirksamkeit  
«vollständiges Ansprechen» (definiert als HBV-DNA-Titer <400 Kopien/ml und Rückgang im Knodell-  
Entzündungs-Score um mindestens zwei Punkte ohne Verschlechterung des Knodell-Fibrose-Scores)  
Adefovirdipivoxil signifikant überlegen. Die Behandlung mit Tenofovirdisoproxil 245 mg (als Fumarat)  
war im Vergleich zur Behandlung mit Adefovirdipivoxil 10 mg auch mit einem signifikant höheren Anteil  
von Patienten mit HBV-DNA <400 Kopien/ml assoziiert. Beide Behandlungsarme zeigten in Woche 48  
ähnliche Resultate bezüglich des histologischen Ansprechens (Rückgang im Knodell-Entzündungs-  
Score um mindestens zwei Punkte ohne Verschlechterung des Knodell-Fibrose-Scores) (siehe  
nachstehende Tabelle 3).  
In Studie GS-US-174-0103 erreichte in Woche 48 im Tenofovirdisoproxil-Behandlungsarm im Vergleich  
zum Adefovirdipivoxil-Behandlungsarm ein signifikant höherer Anteil an Patienten normalisierte ALT-  
Werte und einen Verlust des HBsAg (siehe nachstehende Tabelle 3).  
Tabelle 3: Parameter für die Wirksamkeit bei kompensierten HBeAg-negativen und HBeAg-positiven  
Patienten in Woche 48  
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1. Fachinformation für Humanarzneimittel  
Studie 174-0102 (HBeAg-negativ)  
Tenofovirdisoproxil Adefovirdipivoxil  
Studie 174-0103 (HBeAg-positiv)  
Parameter  
Tenofovirdisoproxil Adefovirdipivoxil  
245 mg (als  
Fumarat)  
n = 250  
71*  
10 mg  
245 mg (als  
10 mg  
n = 90  
n = 125  
Fumarat) n = 176  
Vollständiges Ansprechen  
(%)a  
49  
67*  
12  
Histologie  
Histologisches Ansprechen  
(%)b  
72  
69  
74  
68  
Abnahme des HBV-DNA-  
Titers gegenüber dem  
Ausgangswert im Medianc  
(log10 Kopien/ml)  
HBV-DNA (%)  
-4,7*  
-4,0  
-6,4*  
-3,7  
93*  
76  
63  
77  
n/a  
76*  
13  
<400 Kopien/ml (<69 I.E./ml)  
ALT (%)  
68*  
54  
Normalisierte ALT-Werted  
Serologie (%)  
n/a  
22/21  
18/18  
HBeAg-  
Verlust/Serokonversion  
HBsAg-  
0/0  
0/0  
3*/1  
0/0  
Verlust/Serokonversion  
* p-Wert versus Adefovirdipivoxil <0,05.  
a Vollständiges Ansprechen definiert als HBV-DNA-Titer <400 Kopien/ml und Rückgang im Knodell-  
Entzündungs-Score um mindestens zwei Punkte ohne Verschlechterung des Knodell-Fibrose-Scores.  
b
Rückgang im Knodell-Entzündungs-Score um mindestens zwei Punkte ohne Verschlechterung des  
Knodell-Fibrose-Scores.  
c Die Änderung des HBV-DNA-Titers gegenüber dem Ausgangswert im Median reflektiert nur den  
Unterschied zwischen dem HBV-DNA-Ausgangswert und der Nachweisgrenze des verwendeten Tests.  
d Die Population, die zur Analyse der Normalisierung der ALT-Werte herangezogen wurde, schloss nur  
Patienten ein, deren ALT-Werte zu Beginn der Studie über dem oberen Normalwert lagen.  
n/a = not applicable (nicht zutreffend).  
Tenofovirdisoproxilfumarat war im Vergleich zu Adefovirdipivoxil mit einem signifikant grösseren Anteil  
an Patienten assoziiert, deren HBV-DNA unter der Nachweisgrenze lag (<169 Kopien/ml [<29 I.E./ml];  
38 / 50  
1. Fachinformation für Humanarzneimittel  
Quantifizierungsgrenze des Roche Cobas Taqman HBV-Tests), (Studie GS-US-174-0102; 91%, 56%  
und Studie GS-US-174-0103; 69%, 9%).  
Das Ansprechen auf die Behandlung mit Tenofovirdisoproxilfumarat war bei Nukleosid-vorbehandelten  
(n = 51) und Nukleosid-naiven (n = 375) Patienten sowie bei Patienten mit normalen ALT-Ausgangs-  
Werten (n = 21) und initial erhöhten ALT-Werten (n = 405) vergleichbar, wenn die beiden Studien GS-  
US-174-0102 und GS-US-174-0103 zusammen ausgewertet wurden. 49 der 51 Nukleosid-  
vorbehandelten Patienten waren mit Lamivudin vorbehandelt worden. 73% der Nukleosid-  
vorbehandelten Patienten und 69% der Nukleosid-naiven Patienten sprachen vollständig an. 90% der  
Nukleosid-vorbehandelten Patienten und 88% der Nukleosid-naiven Patienten erreichten eine  
Reduktion der HBV-DNA-Werte auf <400 Kopien/ml. Alle Patienten mit normalen ALT-Ausgangs-  
Werten und 88% der Patienten mit initial erhöhten ALT-Werten erreichten eine Reduktion der HBV-  
DNA-Werte auf <400 Kopien/ml.  
Erfahrungen über 48 Wochen hinaus in den Studien GS-US-174-0102 und GS-US-174-0103: Nach der  
doppelblinden Behandlung über 48 Wochen in den Studien GS-US-174-0102 und GS-US-174-0103  
(entweder Tenofovirdisoproxil 245 mg (als Fumarat) oder Adefovirdipivoxil 10 mg) konnten die  
Patienten ohne Unterbrechung auf nicht verblindetes Tenofovirdisoproxilfumarat umgestellt werden. In  
Studie GS-US-174-0102 setzten 77% der Patienten die Behandlung über 384 Wochen hindurch fort  
und in Studie GS-US-174-0103 61% der Patienten. In Woche 96, 144, 192, 240, 288 und 384 blieben  
die virologische Suppression sowie das biochemische und serologische Ansprechen unter der  
fortgesetzten Behandlung mit Tenofovirdisoproxilfumarat erhalten (siehe nachstehende Tabelle 4 und  
5).  
Tabelle 4: Parameter für die Wirksamkeit bei kompensierten HBeAg-negativen Patienten in Woche 96,  
144, 192, 240, 288 und 384 der nicht verblindeten Behandlung  
Studie 174-0102 (HBeAg-negativ)  
Parametera  
Tenofovirdisoproxil 245 mg (als  
Fumarat) n = 250  
Adefovirdipivoxil 10 mg Umstellung auf  
Tenofovirdisoproxil 245 mg (als Fumarat) n = 125  
Woche  
96b 144e 192g 240i 288l  
384o 96c 144f 192h 240j  
288m  
384p  
HBV-DNA  
(%)  
90 87  
84  
83  
80  
74  
89 88  
87  
84  
84  
76  
<400  
Kopien/ml  
(<69 I.E./ml)  
ALT (%)  
Normalisierte  
ALT-Werted  
72 73  
67  
70  
68  
64  
68 70  
77  
76  
74  
69  
39 / 50  
1. Fachinformation für Humanarzneimittel  
Serologie  
(%)  
n/a n/a  
n/a  
0/0  
n/a  
0/0  
n/a  
0/0  
n/a  
n/a n/a  
n/a  
0/0  
n/a  
n/a  
n/a  
HBeAg-  
Verlust/Sero  
konversion  
HBsAg-  
0/0 0/0  
1/1n 0/0 0/0  
0/0k  
1/1n  
1/1n  
Verlust/Sero  
konversion  
a
Basiert auf Langzeit-Evaluierungsalgorithmus (LTE-Analyse) Patienten, die die Behandlung vor  
Woche 384 auf Grund eines prüfplanbedingten Endpunkts beendet haben, sowie diejenigen, die Woche  
384 abgeschlossen haben, werden in den Nenner aufgenommen.  
b 48 Wochen doppelblinde Tenofovirdisoproxilfumarat-Behandlung und anschliessend 48 Wochen nicht  
verblindete Behandlung.  
c
48 Wochen doppelblinde Adefovirdipivoxil-Behandlung und anschliessend 48 Wochen nicht  
verblindete Tenofovirdisoproxilfumarat-Behandlung.  
d Die Population, die zur Analyse der Normalisierung der ALT-Werte herangezogen wurde, schloss nur  
Patienten ein, deren ALT-Werte zu Beginn der Studie über dem oberen Normalwert lagen.  
e 48 Wochen doppelblinde Tenofovirdisoproxilfumarat-Behandlung und anschliessend 96 Wochen nicht  
verblindete Behandlung.  
f
48 Wochen doppelblinde Adefovirdipivoxil-Behandlung und anschliessend 96 Wochen nicht  
verblindete Tenofovirdisoproxilfumarat-Behandlung.  
g
48 Wochen doppelblinde Tenofovirdisoproxilfumarat-Behandlung und anschliessend 144 Wochen  
nicht verblindete Behandlung.  
h
48 Wochen doppelblinde Adefovirdipivoxil-Behandlung und anschliessend 144 Wochen nicht  
verblindete Tenofovirdisoproxilfumarat-Behandlung.  
i
48 Wochen doppelblinde Tenofovirdisoproxilfumarat-Behandlung und anschliessend 192 Wochen  
nicht verblindete Behandlung.  
j
48 Wochen doppelblinde Adefovirdipivoxil-Behandlung und anschliessend 192 Wochen nicht  
verblindete Tenofovirdisoproxilfumarat-Behandlung.  
k Ein Patient aus dieser Gruppe war zur Visite in Woche 240 zum ersten Mal HBsAg-negativ und blieb  
weiterhin negativ bis zum Ende der Datenerfassung. Jedoch wurde der HBsAg-Verlust des Patienten  
letztlich bei der nachfolgenden Visite bestätigt.  
l
48 Wochen doppelblinde Tenofovirdisoproxilfumarat-Behandlung und anschliessend 240 Wochen  
nicht verblindete Behandlung.  
m
48 Wochen doppelblinde Adefovirdipivoxil-Behandlung und anschliessend 240 Wochen nicht  
verblindete Tenofovirdisoproxilfumarat-Behandlung.  
40 / 50  
1. Fachinformation für Humanarzneimittel  
n Die präsentierten Zahlen sind kumulative Prozentangaben basierend auf einer Kaplan-Meier-Analyse,  
unter Ausschluss der Daten, die nach dem Hinzufügen von Emtricitabin zur nicht verblindeten  
Tenofovirdisoproxilfumarat-Behandlung erhoben wurden (KM-TDF).  
o
48 Wochen doppelblinde Tenofovirdisoproxilfumarat-Behandlung und anschliessend 336 Wochen  
nicht verblindete Behandlung.  
p
48 Wochen doppelblinde Adefovirdipivoxil-Behandlung und anschliessend 336 Wochen nicht  
verblindete Tenofovirdisoproxilfumarat-Behandlung.  
n/a = not applicable (nicht zutreffend).  
Tabelle 5: Parameter für die Wirksamkeit bei kompensierten HBeAg-positiven Patienten in Woche 96,  
144, 192, 240, 288 und 384 der nicht verblindeten Behandlung  
Studie 174-0103 (HBeAg-positiv)  
Parametera  
Tenofovirdisoproxil 245 mg (als  
Adefovirdipivoxil 10 mg Umstellung auf  
Tenofovirdisoproxil 245 mg (als Fumarat)  
n = 90  
Fumarat)  
n = 176  
Woche  
96b 144e  
76 72  
192h  
68  
240j  
64  
288m 384o  
96c  
74  
144f  
71  
192i  
72  
240k  
66  
288n  
65  
384p  
61  
HBV-DNA (%)  
<400 Kopien/ml (<69  
I.E./ml)  
61  
56  
ALT (%)  
60 55  
56  
46  
47  
47  
65  
61  
59  
56  
57  
56  
Normalisierte ALT-Werted  
Serologie (%)  
HBeAg-  
26/ 29/  
23 23  
34/  
25  
38/  
30  
37/  
25  
30/  
20  
24/  
20  
33/  
26  
36/  
30  
38/  
31  
40/  
31  
35/  
24  
Verlust/Serokonversion  
HBsAg-  
5/  
4
8/  
11/  
8g  
11/  
8l  
12/  
8l  
15/  
12l  
6/  
5
8/  
8/  
10/  
10l  
11/  
10l  
13/  
11l  
Verlust/Serokonversion  
6g  
7g  
7g  
a
Basiert auf Langzeit-Evaluierungsalgorithmus (LTE-Analyse) Patienten, die die Behandlung vor  
Woche 384 auf Grund eines prüfplanbedingten Endpunkts beendet haben, sowie diejenigen, die Woche  
384 abgeschlossen haben, werden in den Nenner aufgenommen.  
b 48 Wochen doppelblinde Tenofovirdisoproxilfumarat-Behandlung und anschliessend 48 Wochen nicht  
verblindete Behandlung.  
c
48 Wochen doppelblinde Adefovirdipivoxil-Behandlung und anschliessend 48 Wochen nicht  
verblindete Tenofovirdisoproxilfumarat-Behandlung.  
d Die Population, die zur Analyse der Normalisierung der ALT-Werte herangezogen wurde, schloss nur  
Patienten ein, deren ALT-Werte zu Beginn der Studie über dem oberen Normalwert lagen.  
e 48 Wochen doppelblinde Tenofovirdisoproxilfumarat-Behandlung und anschliessend 96 Wochen nicht  
verblindete Behandlung.  
f
48 Wochen doppelblinde Adefovirdipivoxil-Behandlung und anschliessend 96 Wochen nicht  
verblindete Tenofovirdisoproxilfumarat-Behandlung.  
41 / 50  
1. Fachinformation für Humanarzneimittel  
g Die präsentierten Zahlen sind kumulative Prozentangaben basierend auf einer Kaplan-Meier-Analyse,  
einschliesslich der Daten, die nach dem Hinzufügen von Emtricitabin zur nicht verblindeten  
Tenofovirdisoproxilfumarat-Behandlung erhoben wurden (KM-ITT).  
h
48 Wochen doppelblinde Tenofovirdisoproxilfumarat-Behandlung und anschliessend 144 Wochen  
nicht verblindete Behandlung.  
i
48 Wochen doppelblinde Adefovirdipivoxil-Behandlung und anschliessend 144 Wochen nicht  
verblindete Tenofovirdisoproxilfumarat-Behandlung.  
j
48 Wochen doppelblinde Tenofovirdisoproxilfumarat-Behandlung und anschliessend 192 Wochen  
nicht verblindete Behandlung.  
k
48 Wochen doppelblinde Adefovirdipivoxil-Behandlung und anschliessend 192 Wochen nicht  
verblindete Tenofovirdisoproxilfumarat-Behandlung.  
l Die präsentierten Zahlen sind kumulative Prozentangaben basierend auf einer Kaplan-Meier-Analyse,  
unter Ausschluss der Daten, die nach dem Hinzufügen von Emtricitabin zur nicht verblindeten  
Tenofovirdisoproxilfumarat-Behandlung erhoben wurden (KM-TDF).  
m
48 Wochen doppelblinde Tenofovirdisoproxilfumarat-Behandlung und anschliessend 240 Wochen  
nicht verblindete Behandlung.  
n
48 Wochen doppelblinde Adefovirdipivoxil-Behandlung und anschliessend 240 Wochen nicht  
verblindete Tenofovirdisoproxilfumarat-Behandlung.  
o
48 Wochen doppelblinde Tenofovirdisoproxilfumarat-Behandlung und anschliessend 336 Wochen  
nicht verblindete Behandlung.  
p
48 Wochen doppelblinde Adefovirdipivoxil-Behandlung und anschliessend 336 Wochen nicht  
verblindete Tenofovirdisoproxilfumarat-Behandlung.  
Gepaarte Leberbiopsiedaten zu Studienbeginn und in Woche 240 waren für 331/489 Patienten, die in  
den Studien GS-US-174-0102 und GS-US-174-0103 in Woche 240 verblieben sind, verfügbar (siehe  
Tabelle 6). 95% (225/237) der Patienten ohne Zirrhose zu Studienbeginn und 99% (93/94) der  
Patienten mit Zirrhose zu Studienbeginn zeigten entweder keine Veränderung oder eine Verbesserung  
der Fibrose (Ishak-Fibrose-Score). Von den 94 Patienten mit  
Zirrhose zu Studienbeginn (Ishak-Fibrose-Score 5-6) zeigten 26% (24) keine Veränderung des Ishak-  
Fibrose-Scores, 72% (68) zeigten eine Regression der Zirrhose bis Woche 240 mit einer Reduktion des  
Ishak-Fibrose-Scores um mindestens 2 Punkte.  
Tabelle 6: Histologisches Ansprechen (%) bei kompensierten HBeAg-negativen und HBeAg-positiven  
Patienten in Woche 240 im Vergleich zum Ausgangswert  
42 / 50  
1. Fachinformation für Humanarzneimittel  
Studie 174-0102  
(HBeAg-negativ)  
Studie 174-0103  
(HBeAg-positiv)  
Tenofovirdisoproxil  
Adefovirdipivoxil  
10 mg Umstellung  
auf  
Tenofovirdisoproxil  
245 mg  
Adefovirdipivoxil  
10 mg Umstellung  
auf  
245 mg  
(als Fumarat)  
n = 250c  
(als Fumarat)  
n = 176c  
Tenofovirdisoproxil  
245 mg (als  
Fumarat)  
Tenofovirdisoproxil  
245 mg (als  
Fumarat)  
n = 125d  
n = 90d  
Histologisches  
Ansprechena,b  
(%)  
88  
85  
90  
92  
[130/148]  
[63/74]  
[63/70]  
[36/39]  
a Die Population, die zur Analyse der histologischen Daten herangezogen wurde, schloss nur Patienten  
mit verfügbaren Leberbiopsiedaten (fehlend = ausgeschlossen) bis Woche 240 ein. Ansprechen nach  
dem Hinzufügen von Emtricitabin ist ausgeschlossen (insgesamt 17 Patienten in beiden Studien).  
b
Rückgang im Knodell-Entzündungs-Score um mindestens zwei Punkte ohne Verschlechterung des  
Knodell-Fibrose-Scores.  
c
48 Wochen doppelblinde Tenofovirdisoproxilfumarat-Behandlung und anschliessend bis zu 192  
Wochen nicht verblindete Behandlung.  
d 48 Wochen doppelblinde Adefovirdipivoxil-Behandlung und anschliessend bis zu 192 Wochen nicht  
verblindete Tenofovirdisoproxilfumarat-Behandlung.  
Erfahrungen bei Patienten mit einer HIV-Koinfektion und Vorbehandlung mit Lamivudin: In einer  
randomisierten, kontrollierten Doppelblindstudie über 48 Wochen mit Tenofovirdisoproxil 245 mg (als  
Fumarat) an Lamivudin-vorbehandelten, mit HIV-1 und chronischer Hepatitis B koinfizierten Patienten  
(Studie ACTG 5127) betrug der mittlere HBV-DNA-Wert im Serum bei Patienten im Tenofovir-  
Behandlungsarm zu Beginn der Therapie 9,45 log10 Kopien/ml (n = 27). Die Behandlung mit  
Tenofovirdisoproxil 245 mg (als Fumarat) war mit einer mittleren Änderung der HBV-DNA-Werte im  
Serum bei Patienten, für die 48-Wochen-Daten vorlagen (n = 18), von -5,74 log10 Kopien/ml gegenüber  
dem Ausgangswert assoziiert. Ausserdem hatten 61% der Patienten normale ALT-Werte in Woche 48.  
Erfahrungen bei Patienten mit persistierender Virusreplikation: Die Wirksamkeit und Sicherheit von  
Tenofovirdisoproxil 245 mg (als Fumarat) oder Tenofovirdisoproxil 245 mg (als Fumarat) plus 200 mg  
Emtricitabin wurden in einer randomisierten Doppelblindstudie (Studie GS-US-174-0106) bei HBeAg-  
positiven und HBeAg-negativen Patienten untersucht, die unter Adefovirdipivoxil 10 mg über mehr als  
24 Wochen eine persistierende Virämie (HBV-DNA ≥1000 Kopien/ml) zeigten. Zu Beginn waren 57%  
der zu Tenofovirdisoproxilfumarat randomisierten Patienten versus 60% der zu Emtricitabin plus  
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1. Fachinformation für Humanarzneimittel  
Tenofovirdisoproxilfumarat randomisierten Patienten mit Lamivudin vorbehandelt. Insgesamt führte die  
Behandlung mit Tenofovirdisoproxilfumarat in Woche 24 bei 66% (35/53) der Patienten zu HBV-DNA-  
Titern <400 Kopien/ml (<69 I.E./ml) versus 69% (36/52) der Patienten, die mit Emtricitabin plus  
Tenofovirdisoproxilfumarat behandelt wurden (p = 0,672). Ausserdem hatten 55% (29/53) der  
Tenofovirdisoproxilfumarat-behandelten Patienten HBV-DNA-Werte unterhalb der Nachweisgrenze  
(<169 Kopien/ml [<29 I.E./ml]; Quantifizierungsgrenze des Roche Cobas TaqMan HBV-Tests) versus  
60% (31/52) der mit Emtricitabin plus Tenofovirdisoproxilfumarat behandelten Patienten (p = 0,504).  
Vergleiche zwischen den Behandlungsgruppen über 24 Wochen hinaus sind schwer zu interpretieren,  
da die Ärzte die Behandlung durch zusätzliche Gabe von nicht verblindetem Emtricitabin zu  
Tenofovirdisoproxilfumarat intensivieren konnten. Langzeitstudien, um das Nutzen-Risiko-Verhältnis  
der Doppeltherapie mit Emtricitabin plus Tenofovirdisoproxilfumarat bei HBV-monoinfizierten Patienten  
zu bestimmen, sind am Laufen.  
Erfahrungen bei Patienten mit dekompensierter Lebererkrankung nach 48 Wochen: Studie GS-US-174-  
0108 ist eine randomisierte, aktiv kontrollierte Doppelblindstudie zur Beurteilung der Sicherheit und  
Wirksamkeit von Tenofovirdisoproxilfumarat (n = 45), Emtricitabin plus Tenofovirdisoproxilfumarat (n =  
45) und Entecavir (n = 22) bei Patienten mit dekompensierter Lebererkrankung. In der  
Behandlungsgruppe mit Tenofovirdisoproxilfumarat wiesen die Patienten bei Studienbeginn einen  
mittleren Child-Pugh-Turcotte-Score von 7,2, mittlere HBV-DNA-Werte von 5,8 log10 Kopien/ml und  
mittlere ALT-Werte im Serum von 61 U/l auf. 42% (19/45) der Patienten wurden mindestens 6 Monate  
lang mit Lamivudin vorbehandelt, 20% (9/45) der Patienten waren mit Adefovirdipivoxil vorbehandelt  
und 9 von 45 Patienten (20%) wiesen bei Studienbeginn Resistenzmutationen gegen Lamivudin  
und/oder Adefovirdipivoxil auf. Die co-primären Endpunkte zur Sicherheit waren Beendigung der  
Behandlung aufgrund eines unerwünschten Ereignisses sowie ein bestätigter Anstieg des  
Serumkreatinins um ≥0,5 mg/dl oder ein bestätigter Serumphosphatspiegel <2 mg/dl.  
Von den Patienten mit Child-Pugh-Turcotte-Scores ≤9 erreichten nach 48-wöchiger Behandlung 74%  
(29/39) aus der Tenofovirdisoproxilfumarat-Gruppe und 94% (33/35) aus der Gruppe mit Emtricitabin  
plus Tenofovirdisoproxilfumarat HBV-DNA-Werte <400 Kopien/ml.  
Insgesamt sind die aus dieser Studie gewonnenen Daten zu limitiert, um endgültige  
Schlussfolgerungen zum Vergleich von Emtricitabin plus Tenofovirdisoproxilfumarat versus  
Tenofovirdisoproxilfumarat zu ziehen (siehe Tabelle 7 unten).  
Tabelle 7: Parameter zur Sicherheit und Wirksamkeit bei dekompensierten Patienten nach Woche 48  
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1. Fachinformation für Humanarzneimittel  
Studie 174-0108  
Parameter  
Tenofovirdisoproxil  
245 mg (als Fumarat)  
(n = 45)  
Emtricitabin 200 mg/  
Tenofovirdisoproxil  
245 mg (als  
Entecavir  
(0,5 mg  
oder 1 mg)  
n = 22  
Fumarat) (n = 45)  
2 (4%)  
Unverträglichkeit  
n (%)a  
3 (7%)  
4 (9%)  
2 (9%)  
Bestätigter Anstieg des  
Serumkreatinins um ≥0,5 mg/dl  
seit Studienbeginn oder  
bestätigter  
3 (7%)  
1 (5%)  
Serumphosphatspiegel <2 mg/dl  
b
n (%)  
HBV-DNA n (%) <400 Kopien/ml  
n (%)  
31/44 (70%)  
25/44 (57%)  
7/27 (26%)  
36/41 (88%)  
31/41 (76%)  
12/25 (48%)  
16/22  
(73%)  
12/22  
(55%)  
5/12  
ALT n (%)  
Normale ALT-Werte  
Abnahme des CPT-Scores ≥2  
Punkte seit Studienbeginn  
n (%)  
(42%)  
Mittlere Änderung des CPT-  
Scores seit Studienbeginn  
Mittlere Änderung des MELD-  
Scores seit Studienbeginn  
-0,8  
-1,8  
-0,9  
-2,3  
-1,3  
-2,6  
a p-Wert des Vergleichs der kombinierten Tenofovir-Gruppen versus der Entecavir-Gruppe = 0,622.  
b p-Wert des Vergleichs der kombinierten Tenofovir-Gruppen versus der Entecavir-Gruppe = 1,000.  
CPT = Child-Pugh-Turcotte  
Klinische Resistenz: 426 HBeAg-negative (GS-US-174-0102, n = 250) und HBeAg-positive (GS-US-  
174-0103, n = 176) Patienten, die initial zur doppelblinden Tenofovirdisoproxilfumarat-Behandlung  
randomisiert worden waren und dann umgestellt wurden auf eine nicht verblindete  
Tenofovirdisoproxilfumarat-Behandlung, wurden auf genotypische Veränderungen der HBV-  
Polymerase gegenüber dem Ausgangswert untersucht. Genotypische Untersuchungen, die bei allen  
Patienten durchgeführt wurden, die HBV-DNA-Werte >400 Kopien/ml in Woche 48 (n = 39), 96 (n =  
24), 144 (n = 6), 192 (n = 5), 240 (n = 4), 288 (n = 6) und 384 (n = 2) der Tenofovirdisoproxilfumarat-  
Monotherapie hatten, zeigten, dass sich keine Mutationen entwickelten, die mit einer  
Tenofovirdisoproxilfumarat-Resistenz assoziiert sind.  
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1. Fachinformation für Humanarzneimittel  
215 HBeAg-negative (GS-US-174-0102, n = 125) und HBeAg-positive (GS-US-174-0103, n = 90)  
Patienten, die initial zur doppelblinden Adefovirdipivoxil-Behandlung randomisiert worden waren und  
dann umgestellt wurden auf eine nicht verblindete Tenofovirdisoproxilfumarat-Behandlung, wurden auf  
genotypische Veränderungen der HBV-Polymerase gegenüber dem Ausgangswert untersucht.  
Genotypische Untersuchungen, die bei allen Patienten durchgeführt wurden, die HBV-DNA-Werte >400  
Kopien/ml in Woche 48 (n = 16), 96 (n = 5), 144 (n = 1), 192 (n = 2), 240 (n = 1), 288 (n = 1) und 384  
(n = 2) der Tenofovirdisoproxilfumarat-Monotherapie hatten, zeigten, dass sich keine Mutationen  
entwickelten, die mit einer Tenofovirdisoproxilfumarat-Resistenz assoziiert sind.  
In der Studie GS-US-174-0108 erhielten 45 Patienten (einschliesslich 9 Patienten mit  
Resistenzmutationen gegen Lamivudin und/oder Adefovirdipivoxil bei Studienbeginn) bis zu 48  
Wochen lang Tenofovirdisoproxilfumarat. Genotypisierungsdaten von gepaarten HBV-Isolaten zu  
Studienbeginn und unter Behandlung lagen für 6/8 Patienten mit HBV-DNA-Werten >400 Kopien/ml  
vor. In diesen Isolaten wurde kein Aminosäureaustausch im Zusammenhang mit einer Resistenz gegen  
Tenofovirdisoproxilfumarat identifiziert.  
Pharmakokinetik  
Absorption  
Nach oraler Verabreichung von Tenofovirdisoproxilfumarat an HIV-infizierte Patienten wird  
Tenofovirdisoproxilfumarat rasch absorbiert und in Tenofovir umgewandelt. Bei Einnahme im  
Nüchternzustand wurde die maximale Tenofovir-Konzentration innerhalb einer Stunde erreicht, die Cmax  
und die AUC (Mittelwert ± SD) (% CV) betrugen 296 ± 90 ng/ml (30%) und 2287 ± 685 ng•h/ml (30%).  
Die orale Bioverfügbarkeit von Tenofovir aus Tenofovirdisoproxilfumarat betrug bei nüchternen  
Patienten rund 25%. Im Vergleich zur Einnahme im Nüchternzustand führte die Einnahme von  
Tenofovirdisoproxilfumarat zusammen mit einer fettreichen oder einer leichten Mahlzeit zu einer  
Verzögerung von circa einer Dreiviertelstunde bis zum Erreichen der maximalen Tenofovir-  
Konzentration und zu einem Anstieg der AUC von Tenofovir um ca. 35% und der Cmax von Tenofovir  
um ca. 15%. Viread sollte mit einer Mahlzeit eingenommen werden, um die Bioverfügbarkeit von  
Tenofovir zu erhöhen.  
Distribution  
Nach intravenöser Verabreichung betrug das Verteilungsvolumen von Tenofovir ungefähr 800 ml/kg.  
Nach oraler Gabe wird Tenofovir breit im gesamten Körper verteilt. Die In-vitro-Bindung von Tenofovir  
an humanes Plasma- oder Serumprotein betrug in einem Konzentrationsbereich zwischen 0,01 und 25  
μg/ml weniger als 0,7% (Plasmaproteine) bzw. 7,2% (Serumproteine).  
Metabolismus  
In-vitro-Untersuchungen haben gezeigt, dass weder Tenofovirdisoproxilfumarat noch Tenofovir  
Substrate für CYP450-Enzyme sind. Tenofovir hemmte in vitro, auch bei Konzentrationen, die  
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1. Fachinformation für Humanarzneimittel  
wesentlich höher (~300-fach) waren als die In-vivo-Konzentrationen, nicht die Metabolisierung von  
Arzneimitteln, die von einem der wichtigeren humanen, an der Biotransformation von Arzneimitteln  
beteiligten CYP450-Isoenzyme (CYP3A4, CYP2D6, CYP2C9 oder CYP2E1) vermittelt wird. Es gab  
eine geringfügige (6%) aber statistisch signifikante Reduzierung des CYP1A-Substrat-Metabolismus.  
Ausgehend von diesen Daten ist es unwahrscheinlich, dass klinisch relevante Interaktionen zwischen  
Tenofovirdisoproxilfumarat und CYP450-metabolisierten Arzneimitteln auftreten.  
Elimination  
Nach oraler Gabe liegt die Eliminations-Halbwertzeit von Tenofovir bei etwa 12 bis 18 Stunden.  
Tenofovir wird primär über die Nieren eliminiert, sowohl durch Filtration als auch durch ein aktives  
tubuläres Transportsystem, wobei nach intravenöser Verabreichung etwa 70 bis 80% der Dosis  
unverändert über den Urin ausgeschieden werden. Die scheinbare Clearance von Tenofovir betrug im  
Durchschnitt 307 ml/min. Die renale Clearance wurde auf ungefähr 210 ml/min geschätzt, was die  
glomeruläre Filtrationsrate übersteigt. Dies deutet darauf hin, dass die aktive tubuläre Sekretion bei der  
Ausscheidung von Tenofovir eine wichtige Rolle spielt.  
Linearität/Nichtlinearität  
Die Pharmakokinetik von Tenofovir war unabhängig von der Tenofovirdisoproxilfumarat-Dosis in einem  
Bereich von 75 bis 600 mg und blieb auch bei wiederholter Anwendung für alle Dosisstärken  
unbeeinflusst.  
Intrazelluläre Pharmakokinetik  
In nicht proliferierenden mononukleären Zellen des peripheren Blutes (PBMCs) betrug die intrazelluläre  
Halbwertzeit von Tenofovir-Diphosphat ca. 50 Stunden, wogegen die Halbwertzeit in  
Phytohämaglutinin-stimulierten PBMCs etwa bei 10 Stunden lag.  
Kinetik spezieller Patientengruppen  
Alter, Geschlecht und ethnische Zugehörigkeit  
Es wurden keine pharmakokinetischen Studien zur Anwendung von Tenofovir bei Kindern und  
Jugendlichen (unter 18 Jahren) durchgeführt.  
Es wurden keine pharmakokinetischen Studien zur Anwendung von Tenofovir bei älteren Patienten  
(über 65 Jahren) durchgeführt.  
Die Pharmakokinetik von Tenofovir bei männlichen und weiblichen Patienten ist vergleichbar.  
Die Pharmakokinetik in verschiedenen ethnischen Gruppen wurde nicht speziell untersucht.  
Leberfunktionsstörungen  
Tenofovirdisoproxilfumarat wurde als Einzeldosis von 300 mg bei nicht-HIV- und nicht-HBV-infizierten  
Patienten mit unterschiedlich stark ausgeprägten Leberfunktionsstörungen (Definition gemäss der  
Child-Pugh-Turcotte-Klassifikation) angewendet. Wie die untenstehende Zusammenfassung zeigt, war  
die Pharmakokinetik von Tenofovir bei Patienten mit einer Leberfunktionsstörung nicht wesentlich  
verändert.  
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1. Fachinformation für Humanarzneimittel  
Normal  
(n = 8)  
Eingeschränkte Leberfunktion  
Mittelschwer  
(n = 7)  
Schwer  
(n = 8)  
Cmax (ng/ml)  
Mittelwert 223  
289  
305  
(+30%)  
46,0%  
(+37%)  
24,8%  
% CV  
34,8%  
AUC0-(ng•h/ml)  
Mittelwert 2050  
2310  
2740  
(+13%)  
43,5%  
(+34%)  
44,0%  
% CV  
50,8%  
Nierenfunktionsstörungen  
Die pharmakokinetischen Parameter von Tenofovirdisoproxil 245 mg (als Fumarat) wurden nach  
einmaliger Gabe bei nicht-HIV- und nicht-HBV-infizierten Patienten mit unterschiedlich schweren  
Nierenfunktionsstörungen bestimmt. Der Schweregrad der Nierenfunktionsstörung wurde anhand des  
Ausgangswerts der Kreatinin-Clearance (ClCr) bestimmt (normale Nierenfunktion bei ClCr >80 ml/min,  
leichte Nierenfunktionsstörung bei ClCr = 50-79 ml/min, mittelschwere Nierenfunktionsstörung bei ClCr  
= 30-49 ml/min und schwere Nierenfunktionsstörung bei ClCr = 10-29 ml/min).  
Die mittlere Exposition (% Variationskoeffizient [% CV]) gegenꢀber Tenofovir stieg von 2185 ng•h/ml  
(12%) bei Patienten mit normaler Nierenfunktion auf 3064 ng•h/ml (30%) bei Patienten mit einer leichten  
Nierenfunktionsstörung, auf 6009 ng•h/ml (42%) bei Patienten mit einer mittelschweren  
Nierenfunktionsstörung und auf 15'985 ng•h/ml (45%) bei Patienten mit einer schweren  
Nierenfunktionsstörung. Es ist zu erwarten, dass die Empfehlungen für Patienten mit  
Nierenfunktionsstörungen, das Dosisintervall zu verlängern, zu höheren maximalen  
Plasmakonzentrationen und niedrigeren Cmin-Werten als bei Patienten mit normaler Nierenfunktion  
führt. Welche klinischen Folgen dies hat, ist nicht bekannt.  
Bei dialysepflichtigen Patienten mit einer terminalen Niereninsuffizienz (ESRD [end stage renal  
disease]) (ClCr <10 ml/min) kam es zwischen zwei Hämodialysebehandlungen zu einem ausgeprägten  
Anstieg der Tenofovir-Exposition über 48 Stunden auf einen mittleren Cmax-Wert von 1032 ng/ml und  
eine mittlere AUC0-48h von 42'857 ng•h/ml (29%).  
Es wird empfohlen, das Dosisintervall von Tenofovirdisoproxil 245 mg (als Fumarat) bei Patienten mit  
einer Kreatinin-Clearance <50 ml/min anzupassen (siehe «Dosierung/Anwendung» und  
«Kontraindikationen»).  
Bei nicht-dialysepflichtigen Patienten mit einer Kreatinin-Clearance <10 ml/min und bei Patienten mit  
terminaler Niereninsuffizienz, die Peritonealdialyse oder andere Dialyseformen anwenden, wurde die  
Pharmakokinetik von Tenofovir nicht untersucht. Tenofovir ist bei diesen Patienten kontraindiziert.  
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1. Fachinformation für Humanarzneimittel  
Präklinische Daten  
Präklinische Untersuchungen an Ratten, Hunden und Affen zeigten eine Zielorgantoxizität bezüglich  
des Gastrointestinaltrakts, der Niere, der Knochen und eine Abnahme der Serumphosphat-  
Konzentration. Eine Knochentoxizität wurde in Form von Osteomalazie (Affen) und verringerter  
Knochenmineraldichte (Ratten und Hunde) diagnostiziert. Die Ergebnisse aus den Untersuchungen an  
Ratten und Affen deuteten auf eine wirkstoffbedingte Verringerung der intestinalen Phosphatabsorption  
mit potenzieller sekundärer Verringerung der Knochenmineraldichte hin. Die diesen Toxizitäten  
zugrunde liegenden Mechanismen sind noch nicht vollständig bekannt.  
Reproduktionstoxizität  
Basierend auf den konventionellen Studien zur Reproduktionstoxizität/entwicklungsspezifischen  
Toxizität liessen die präklinischen Daten zu Tenofovirdisoproxilfumarat keine besonderen Gefahren für  
den Menschen erkennen.  
Genotoxizität und Kanzerogenität  
Zwei von drei In-vitro-Studien zur Genotoxizität von Tenofovirdisoproxilfumarat waren positiv.  
Tenofovirdisoproxilfumarat zeigte positive Ergebnisse im In-vitro-Maus-Lymphom-Test. Der In-vivo-  
Mikronukleus-Test war jedoch negativ.  
Tenofovirdisoproxilfumarat zeigte im Rahmen einer Langzeit-Kanzerogenitätsstudie an Ratten bei  
oraler Anwendung kein kanzerogenes Potenzial.  
Eine Langzeit-Kanzerogenitätsstudie an Mäusen ergab bei oraler Anwendung eine geringe Inzidenz  
von Duodenal-Karzinomen, die wahrscheinlich mit der hohen lokalen Konzentration von  
Tenofovirdisoproxilfumarat im Gastrointestinaltrakt bei Dosierungen von 600 mg/kg/Tag  
zusammenhängt. Zwar ist der Entstehungsmechanismus der Tumore unklar, doch ist es  
unwahrscheinlich, dass diese Studienergebnisse für die Anwendung beim Menschen relevant sind.  
Sonstige Hinweise  
Inkompatibilitäten  
Nicht zutreffend.  
Haltbarkeit  
Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet  
werden.  
Besondere Lagerungshinweise  
Für Kinder unzugänglich aufbewahren.  
Nicht über 30 °C lagern.  
In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Feuchtigkeit zu schützen.  
Die Flasche fest verschlossen halten.  
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1. Fachinformation für Humanarzneimittel  
Die Flasche ist mit einem kindergesicherten Verschluss versehen und enthält ein Silicagel-  
Trocknungsmittel.  
Zulassungsnummer  
Zulassungsnummer (Originalarzneimittel)  
56251 (Swissmedic)  
Zulassungsnummer (Parallelimportiertes Arzneimittel)  
70372 (Swissmedic) (Slowakei)  
Packungen  
Originalarzneimittel  
Für Zul.-Nr. 56251 verfügbar:  
Filmtabletten zu 245 mg: 30. [A]  
Parallelimportiertes Arzneimittel  
Für Zul.-Nr. 70372 verfügbar:  
Filmtabletten zu 245 mg: 30. [A]  
Zulassungsinhaberin  
Zulassungsinhaberin (Original)  
Gilead Sciences Switzerland Sàrl, Zug  
Zulassungsinhaberin (Importeur)  
EurimPharm Swiss AG, St. Gallen  
Stand der Information  
Juni 2024  
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