2. Fachinformation für Humanarzneimittel
Bei Ratten, die fast lebenslang täglich mit Teriparatid-Injektionen von 5, 30 bzw. 75 μg/kg behandelt
wurden, kam es zu einer dosisabhängig stark vermehrten Knochenbildung und erhöhten Inzidenz von
Osteosarkomen (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»). Osteosarkome, seltene maligne
Knochentumoren bei Ratten, wurden bei männlichen und weiblichen Ratten in allen Dosisgruppen
beobachtet. Die Osteosarkome traten bei den Ratten nur in Verbindung mit einer stark vermehrten
Knochenbildung auf. Teriparatid erhöhte nicht die Inzidenz irgendwelcher anderen Neoplasien bei
Ratten.
Eine zweite Karzinogenitätsstudie ermittelte, dass das Auftreten von Osteosarkomen von der Dosis
und der Behandlungsdauer abhängig ist. Skelettreife, weibliche Ratten, die über 6 bzw. 20 Monate
tägliche Teriparatid-Dosen von 5 μg/kg erhielten, entwickelten keine Osteosarkome. Dieses
Dosierungsniveau ohne beobachtete Auswirkung (no-observed-effect-level [NOEL]) im Sinne von
Knochenneoplasien entspricht einer systemischen Exposition, die dreimal höher ist als die bei
postmenopausalen Frauen und bei Männern, denen eine auf der Basis der AUC ermittelte Dosis von
20 μg (ca. 0.3 μg/kg) verabreicht wird.
Zwar ist die Relevanz dieser Ergebnisse für den Menschen nicht bekannt, es wurden jedoch weder
während der klinischen Studien noch während des auf die Behandlung folgenden
Beobachtungszeitraums Osteosarkome beobachtet. Auch bei ovarektomierten Affen, die 18 Monate
oder während eines 3-jährigen Folgezeitraums nach Therapierende beobachtet wurden, wurden keine
Knochentumoren beobachtet. Eine chronische Erhöhung der PTH-Blutspiegel, wie sie klinisch beim
primären oder sekundären Hyperparathyreoidismus auftritt, ist nicht mit einem erhöhten Osteosarkom-
Risiko assoziiert.
Tierstudien haben gezeigt, dass ein stark reduzierter hepatischer Blutfluss die Zufuhr von PTH in das
Hauptabbausystem und dementsprechend auch die Ausscheidung von PTH (I-84) vermindert. In-vitro-
Studien haben gezeigt, dass leberspezifische phagozytäre Zellen hoher Kapazität in den hepatischen
sinusoiden Kapillaren das Hauptabbausystem darstellen. Diese hepatischen Kupffer-Zellen, und nicht
die Hepatozyten, fragmentieren PTH (I-34) und PTH (I-84). Die Fragmente werden anschliessend über
die Niere aus dem Blutkreislauf eliminiert.
Reproduktionstoxizität
Forsteo zeigte keine teratogenen Effekte bei Ratten, Mäusen oder Kaninchen. Bei trächtigen Kaninchen
kam es bei Dosen >3 μg/kg zu embryonaler bzw. fetaler Mortalität, die sich auf den Anstieg der
Blutcalciumwerte zurückführen liess. Forsteo beeinträchtigte in Dosen bis zu 300 μg/kg nicht die
Fruchtbarkeit männlicher oder weiblicher Ratten.
Mutagenität
Forsteo erwies sich in keinem der folgenden Testsysteme als genotoxisch: Ames-Test für bakterielle
Mutagenese mit oder ohne metabolische Aktivierung, Mauslymphom-Assay für Mammazell-
Mutationen, Chromosomenaberrations-Assay in Ovarzellen des chinesischen Hamsters sowie der In-
vivo-Mikronukleus-Test an Mäusen.
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